Friedensgebet im Züricher Großmünster Friedensgebet im Züricher Großmünster 

Schweiz: „Woche der Religionen“ im Zeichen des Friedens

Jedes Jahr findet eine „Woche der Religionen“ in der ersten Novemberwoche statt. Seit Samstag und bis am 13. November laden Mitwirkende aus rund zehn Religionsgemeinschaften zu über 100 Veranstaltungen ein. Das schreibt die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft IRAS COTIS in der Schweiz in einer Medienmitteilung. Der Verein koordiniert die „Woche der Religionen“.

Ziel der Veranstaltungsreihe sei es, Menschen aus unterschiedlichen Religionen und Lebenswelten miteinander statt übereinander sprechen zu lassen.

Bei Bruder Klaus in Flüeli-Ranft

Angesichts der aktuellen Weltpolitik sei der Friede ein besonderes Anliegen, schreibt der Verein. So seien an verschiedenen Orten Friedensfeiern und -gebete geplant. In Flüeli-Ranft etwa – am Wirkungsort des Friedensstifters Bruder Klaus – wurde am Sonntag um Inspiration und Kraft für alle Menschen gebetet, die sich in den Konflikten und Kriegen dieser Welt für Deeskalation und Frieden einsetzen.

In Luzern fand am gleichen Tag eine interreligiöse Friedensfeier mit Texten und Gedanken aus verschiedenen Religionstraditionen und der syrisch-afghanisch-schweizerischen Musikgruppe „Heimatklang“ statt. Die Quäker luden am Sonntag in Zürich zu einer Auseinandersetzung mit dem „Dilemma des Pazifismus“. Die Quäker sind eine christliche Gemeinschaft mit Wurzeln in England. Anlässe zum Thema Frieden gibt es auch in Biel, Lausanne, Lugano, Moudon und Olten.

Sehnsucht nach Frieden

Thematisch nahe beim Frieden bewegt sich eine Podiumsdiskussion in Stansstad. Unter dem Titel „Du bist schuld!“ diskutieren am 9. November eine muslimische Islamwissenschaftlerin, ein Rabbiner und eine katholische Theologin über Schuld und Versöhnung. Moderiert wird der Anlass von der SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler. Am 12. November beten, singen und musizieren Menschen aus unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Stans. Dieses interreligiöse Friedensgebet widmet sich den Aspekten von Schuld und Vergebung.

Koschere Bagels backen und essen

Um Kulinarik geht es am 10. November in Zürich. Der Anlass „Koscher Kochen“ ist gemäß Programm allerdings bereits ausgebucht. Rabbiner Noam Hertig führt in die wichtigsten Speiseregeln im Judentum ein. Mit dem Koch Elli Benaiah backen die Teilnehmenden koschere Bagels, die zum Abschluss in einer gemütlichen Runde genossen werden.

Hostie und Löffelkommunion

Ebenfalls in Zürich findet am 9. November eine Veranstaltung über das Essen, Trinken und Fasten in verschiedenen Kirchen statt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich (AGCK ZH) mache die Vielfalt von Essen, Trinken und Fasten im Gottesdienst und Alltag verschiedener Kirchen erlebbar – von Hostie bis Löffelkommunion, vom veganen Fasten bis zum Osterbrot, heißt es im Programm.

Ist Religion humorlos?

In Basel setzen die Organisatorinnen und Organisatoren auf den Humor. Am Eröffnungsanlass vom 7. November betrachtet man das vielfältige Zusammenspiel zwischen Religion und Humor in all seinen Schattierungen. In der jüngeren und älteren Geschichte gebe es viele Beispiele für Humor in und über Religionen, genauso aber auch Fälle, in denen des Einen Humor zur Blasphemie des Anderen wurde, heißt es im Programm.

Der Anlass beginnt mit einem Gespräch mit Kathrin Schweizer, Regierungspräsidentin des Kanton Basel-Landschaft, und dem Basler Regierungspräsidenten Beat Jans über Humor, dessen Grenzen und dessen Potential. Anschliessend haben die Slam-Poetin Kim Schmid (Keembara) und die Slam-Poeten Qeumars Hamie und Vivek Sharma (Vive Le Charme) einen Auftritt.

(kath.ch – mg)

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06. November 2022, 12:12