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Sternsinger: „Verbindliche Maßnahmen gegen Kinderarbeit nötig"

An der 6. Weltkonferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit vom 11. bis 13. Februar in Marokko nimmt auch das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ teil. Im Vorfeld der Konferenz, die vom Königreich Marokko in Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ausgerichtet wird, forderte das Kindermissionswerk entschlossene politische Maßnahmen im Kampf gegen Kinderarbeit.

„Anfang des Jahres haben es die Sternsinger in ganz Deutschland verbreitet: Schule statt Fabrik. Und dieser Anspruch, dass alle Kinder und Jugendlichen auf der ganzen Welt in die Schule gehen dürfen, das Recht auf Bildung wahrnehmen dürfen, der muss jetzt auch auf politischer Ebene umgesetzt werden", sagt Vincent Bergauer, Referent für politische Interessenvertretung im Kindermissionswerk und Teilnehmer der Konferenz: „Dafür sind wir hier in Marrakesch und dafür setzen wir uns hier mit ganz vielen anderen Organisationen ein. Damit endlich die 138 Millionen Kinder, die auch heute noch unter Kinderarbeit leiden, endlich ihr Recht auf Bildung und die Möglichkeit zum Leben einer tatsächlichen Kindheit haben.“

Zum Nachhören - die Sternsinger in Marokko

Stimme der Kinder einbringen

Als Hilfswerk wolle man die Stimme von Kindern in die internationalen Debatten einbringen und zeigen, dass Kinderarbeit zurückgedrängt werden kann, wenn der politische Wille dazu vorhanden sei: „Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, in die Schule zu gehen, Familien müssen existenzsichernd unterstützt werden. Denn Armut, fehlende Bildung und mangelnde soziale Sicherung zählen zu den Hauptursachen von Kinderarbeit“, betont Bergauer.

Drei Tage lang werden Regierungen, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft, Wissenschaftler sowie Kinder und Jugendliche in Marrakesch über Maßnahmen zur Beseitigung von Kinderarbeit diskutieren. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl arbeitender Kinder zwar fast halbiert, doch das Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde nicht erreicht. Noch immer müssen 138 Millionen Mädchen und Jungen weltweit arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen.   

„Und an dieser Stelle reichen freiwillige Selbstverpflichtungen einfach nicht mehr aus", unterstreicht Bergauer. „Das heißt: es braucht verbindliche Regeln, es braucht starke Bildungssysteme und funktionierende Sicherungssysteme für Familien, damit, wenn Familien in Armut geraten, nicht Kinder und Jugendliche wieder arbeiten müssen.“

Sternsinger gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern weltweit für die Rechte von Mädchen und Jungen ein und schützt sie vor Unterdrückung und Ausbeutung. Dazu zählt auch der Kampf gegen Kinderarbeit. Partnerorganisationen des Hilfswerks befreien Kinder aus Arbeitsverhältnissen und ermöglichen ihnen den Schulbesuch. „Ausbeuterische Kinderarbeit raubt Millionen Kindern ihre Zukunft und verletzt massiv ihre Rechte. Wir dürfen es nicht zulassen, dass Mädchen und Jungen weltweit weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen“, sagt Bergauer.

Die Bekämpfung von Kinderarbeit stand auch im Fokus der vergangenen Sternsingeraktion. Zu Beginn dieses Jahres hatten die Sternsingerinnen und Sternsinger in ganz Deutschland unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ bei ihrer 68. Aktion Dreikönigssingen auf das Thema aufmerksam gemacht.

(vatican news/pm - cs)

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11. Februar 2026, 12:49