D: Menschenhandel geht alle an
Den Welttag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel hatte Papst Franziskus 2015 eingerichtet. An diesem Tag machen Christinnen und Christen weltweit auf die Folgen der „modernen Sklaverei“ aufmerksam und sind mit den Betroffenen im Gebet verbunden.
Das Motto des Weltgebetstages 2026 greift die ersten Worte von Papst Leo XIV. nach seiner Wahl auf und lautet: „Frieden beginnt mit Würde: Ein weltweiter Aufruf zur Beendigung des Menschenhandels“. Weihbischof Puff unterstreicht: „Betroffene von Menschenhandel sind Opfer von Rechtlosigkeit und Unmenschlichkeit. Als Christinnen und Christen setzen wir uns dafür ein, dass sie wieder in Würde leben können und Gerechtigkeit erfahren. Die kirchlichen Beratungsstellen und Hilfsorganisationen stehen den Menschen mit Rat und Tat zur Seite und begleiten sie auf ihrem Weg aus Verhältnissen der Unfreiheit und Ausbeutung.“
Prekäre Lebensverhältnisse begünstigen Menschenhandel
Besonders gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden, sind Menschen in prekären Lebensverhältnissen – etwa Personen ohne regulären Aufenthaltsstatus oder legale Arbeitsmöglichkeiten. Mit Blick auf konkrete Handlungsansätze gegen die „moderne Sklaverei“ verweist Weihbischof Puff in der DBK-Aussendung zum Welttag auf den Einfluss, den Menschen durch ihr Konsumverhalten nehmen können: „Es ist wichtig, Einkäufer und Verbraucher zu informieren und zu sensibilisieren, damit sie keine Waren kaufen, die durch Ausbeutung oder unter sklavereiähnlichen Bedingungen produziert worden sind. Insbesondere in den kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen werbe ich für einen aufmerksamen Blick.“
Der 8. Februar ist auch der Gedenktag der hl. Josephine Bakhita (1869–1947), Schutzpatronin der Opfer von Sklaverei. Sie stammt aus der Region Darfur im heutigen Sudan und wurde als junges Kind in die Sklaverei verkauft. Über mehrere Stationen gelangte sie nach Italien, wo sie durch eine Ordensoberin befreit wurde. Aufgrund der traumatischen Erfahrungen vergaß sie ihren ursprünglichen Namen und erinnerte sich nur noch an den Namen, den ihr Sklavenhändler gegeben hatten: „Bakhita“, die Glückliche. Sie ließ sich taufen und wurde Ordensschwester im norditalienischen Schio. Im Jahr 2000 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Das Gebet zur hl. Josephine Bakhita sowie ihre Vita sind auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz zu finden.
Hintergrund
Unter „moderner Sklaverei“ bzw. „Menschenhandel“ versteht man verschiedene Formen der Unterwerfung und Ausbeutung. Laut Global Slavery Index 2025 leben weltweit rund 50 Millionen Menschen in ausbeuterischen Verhältnissen, darunter zwölf Millionen Minderjährige. Für Deutschland wird geschätzt, dass etwa 47.000 Personen von moderner Sklaverei betroffen sind.
Die katholischen Organisationen, die sich in Deutschland gegen den Menschenhandel engagieren, haben sich 2014 auf Anregung der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz in der „Arbeitsgruppe Menschenhandel“ zusammengeschlossen, deren Vorsitzender seit 2018 Weihbischof Ansgar Puff ist. Neben dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und dem Katholischen Büro in Berlin sind darin der Deutsche Caritasverband, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, Missio Aachen, die Malteser, Renovabis, Solwodi, IN VIA sowie das Fraueninformationszentrum Stuttgart vertreten.
(pm - cs)
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