Erzbischof Markus Bentz Erzbischof Markus Bentz 

Bentz zu Iran-Krieg: Militäreinsatz hochgradig unverantwortlich

Der Militäreinsatz im Iran wird nach Ansicht des Paderborner Erzbischofs Udo Markus Bentz weder zu einem Regimewechsel noch zu Frieden in der Region führen. Vielmehr sei das genaue Gegenteil zu erwarten.

Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) blickt der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax kritisch auf die Folgen von US-Präsident Donald Trumps Umgang mit dem Völkerrecht. Auch die gezielte Tötung der iranischen Führung sei nicht zu rechtfertigen. Bentz, der auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz ist, befürchtet nachhaltig negative Folgen für die gesamte Region.

Geringschätzung des Völkerrechts 

Das Argument einer vorauseilenden Selbstverteidigung sei „nicht stabil“, urteilte Bentz mit Blick auf den Angriff der USA und Israels auf den Iran. „Ohne Zweifel“ sei der Iran „eines der aggressivsten und gefährlichsten Regime der Region“, und die wiederholt gegen Israel ausgesprochene Vernichtungsdrohung sei ernst zu nehmen. „Aber es ist nicht erkennbar, dass der Iran kurz vor einem solchen Angriff stand oder kurz davor, die Mittel zu einem solchen vernichtenden Angriff zu erhalten“, so der Erzbischof. „Die Geringschätzung des Völkerrechts, die in diesem Angriff zum Ausdruck kommt, ist in hohem Maße beunruhigend.“

Weitere Destabilisierung

Einem konstruktiven Regimewechsel im Iran durch den militärischen Angriff sei „man nicht wirklich nähergekommen“, merkte Bentz weiter an. „Stattdessen müssen wir eine weitere Destabilisierung des gesamten Mittleren Ostens durch diesen Militäreinsatz konstatieren: Die Golfstaaten, der Libanon, der Irak sind mitbetroffen. Ich halte dies für hochgradig unverantwortlich und das dadurch provozierte Risiko weiterer Eskalationen aus der Sicht der christlichen Friedensethik nicht ansatzweise für vertretbar.“ Die Sicherheit in der Region werde durch diesen Krieg nicht erhöht, bekräftigte Erzbischof Bentz. „Der kurzfristigen Einschränkung der iranischen Handlungsfähigkeit stehen mittelfristige Radikalisierung und Destabilisierung gegenüber.“

Rückkehr zu Verhandlungen

Die „Illusion“, dass sich mit entschiedener Gewalt Probleme nachhaltig lösen ließen, dürfe sich nicht in unserem Denken breitmachen, forderte Bentz. „Waffen sind, wenn überhaupt, absolute ultima ratio einer Verteidigung. Sie können nie Mittel für politische Lösungen sein. Wir sollten daher sehr klar für die Einhaltung der völkerrechtlichen Standards eintreten und einen entschiedenen Kurs der Rückkehr zu Verhandlungen und der Einstellung der Kampfhandlungen fahren.“

(kna – pr)
 

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17. März 2026, 13:43