Santo Stefano Rotondo Santo Stefano Rotondo 

S. Stefano Rotondo: Deutscher Freundeskreis hält Rundkirche in Rom offen

Santo Stefano Rotondo gehört zu den ältesten Kirchen der Ewigen Stadt – und sie ist eine der wenigen Rundkirchen Roms. Ein deutscher Freundeskreis unterstützt seit Jahrzehnten ihren Erhalt und sorgt dafür, dass an diesem besonderen Ort weiterhin deutschsprachige Liturgie gefeiert wird.

Santo Stefano Rotondo liegt unweit des Kolosseums und des Forum Romanum, in malerischer Lage, abseits der großen Touristenströme. „Diese Kirche wurde 476 eingeweiht und ist also damit eine der ältesten Kirchen Roms“, sagte uns Pfarrer Thomas Frauenlob aus Traunstein, der unter Papst Benedikt XVI. mehrere Jahre im Vatikan arbeitete und in Bayern den Freundeskreis der Kirche leitet. Der Lateran – die Bischofskirche des Papstes und die erste, die Kaiser Konstantin in Rom errichten ließ – lag an der Stadtmauer. „Santo Stefano Rotondo ist näher ans Zentrum herangerückt und steht dort auf dem Celio-Hügel, einem der sieben Hügel Roms.“

Hier zum Hören:

Wer einmal in Santo Stefano gewesen ist, vergisst die Kirche nicht so leicht. Denn anders als fast alle anderen Kirchen Roms ist sie ein Rundbau. Und doch ganz anders als das Pantheon, das ebenfalls rund ist. „Eine große Rotunde, sozusagen eine fünfschiffige Basilika, aber in den Kreis gebogen. Mit einem riesigen Tambour in der Mitte. Man hat später einmal einen Ring abreißen müssen.“

„eine fünfschiffige Basilika, aber in den Kreis gebogen“

Im Inneren prägen Fresken aus dem 17. Jahrhundert das Bild. Sie zeigen Szenen aus der Geschichte der frühen christlichen Märtyrer. Die lange Geschichte der Christenverfolgung beginnt auf diesen Fresken mit den Ursprüngen des Christentums und führen bis zu späteren Blutzeugen der Kirche. „Auf den Fresken sind die ersten römischen Märtyrer dargestellt, ausgehend von der Kreuzigung Jesu - und den Abschluss bildet die Heilige Ursula von Köln, interessanterweise.“

Seit Jahrhunderten besteht eine enge Verbindung der Kirche zur deutschsprachigen Welt. Santo Stefano Rotondo gehört seit 1582 zum Päpstlichen Kollegium Germanicum et Hungaricum, dem römischen Priesterseminar für deutschsprachige Kandidaten. „Damals gab es für nur drei Jahre ein ungarisches Kolleg, nach dem Muster des Germanicums, das hat aber nicht überleben können und ist dann vereinigt worden mit dem Germanicum. Damit kam diese Kirche ins Eigentum des Germanicums.“

Diese Verbindung prägt auch das kirchliche Leben vor Ort. Immer wieder kommen deutschsprachige Gruppen nach Rom und feiern dort Gottesdienst. Der Verein „Freunde von Santo Stefano Rotondo“ unterstützt dieses Anliegen. Frauenlob:

„Den Freundeskreis von Santo Stefano Rotondo gibt es seit über 60 Jahren. Er wurde in München gegründet und hat dort auch seinen Sitz. Und dieser Freundeskreis hat sich zum Ziel gesetzt, den Erhalt der Kirche Santo Stefano Rotondo zu unterstützen, finanziell, aber auch ideell.“

Besonders in zwei Feldern wirkt der Freundeskreis: Bauliches und Liturgie. Frauenlob fasst es so zusammen:

„Der Freundeskreis kommt für alle liturgischen Dinge auf, die dort installiert sind, die liturgischen Orte, die Gewänder, dass Gotteslob-Bücher da sind, dass man deutschsprachige Gesangsbücher hat. Wir haben eine Orgel organisiert, die Restaurierung der Primus- und Felicianuskapelle zum Beispiel, wo der Boden so ausgeführt wurde in Marmor, wie er ursprünglich für einmal gewesen ist. Und das Dach, damit es nicht hineinregnet.“

Thomas Frauenlob
Thomas Frauenlob

Einen unverkennbaren Bayern-Bezug hat auch der Titelkardinal der Kirche, er ist 98 Jahre alt – der emeritierte Erzbischof von München. „Schön ist es, dass wir zurzeit seit über 40 Jahren nun schon Kardinal Friedrich Wetter als Titelkardinal dieser Kirche haben, der wirklich viele Kräfte eingesetzt hat, zusammen mit uns als Verein, um diese Kirche so in Stand zu setzen, dass sie einfach jetzt wieder prächtig wirkt.“

Die Fresken von S. Stefano Rotondo - bedeutend jünger als die Kirche
Die Fresken von S. Stefano Rotondo - bedeutend jünger als die Kirche

Ein besonderes Anliegen sind den Freunden von Santo Stefano Rotondo die bereits erwähnten Barock-Fresken der Kirche. Sie führen inhaltlich zu aktuellen Fragen. „Dieses Thema der Christenverfolgung ist ja nicht eines der ersten Jahrhunderte allein, sondern es ist ja auch ein Thema in unseren Tagen: Christen sind die meistverfolgte Religion in der Welt insgesamt“, erinnert Frauenlob. „Und wir sind momentan als Verein auch am Überlegen, zusammen mit den Verantwortlichen des Germanicums, wie wir dieses Thema in Santo Stefano platzieren und bewusst machen können.

Der Freundeskreis überlegt deshalb, wie dieses Thema in der Kirche stärker sichtbar werden kann. Santo Stefano Rotondo soll damit nicht nur ein kunsthistorisch bedeutender Ort bleiben, sondern auch ein Ort der Erinnerung und des Gebets für verfolgte Christen.

(vatican news – gs)

 

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10. März 2026, 15:15