Synodenteilnehmerin lobt Impulse für Frauen in kirchlichen Führung
Mario Galgano - Vatikanstadt
In einem Interview mit Radio äußerte sich Jeppesen-Spuhler erleichtert über die Veröffentlichung: „Ich bin froh, dass das Dokument jetzt gekommen ist, weil wir wirklich auch damit weiterarbeiten möchten.“ Das Papier spiegele zu großen Teilen die Atmosphäre und die Diskussionen der Weltsynode wider, enthalte aber auch wichtige historische Rückblicke der Glaubenskongregation.
Führungspositionen: „Noch Luft nach oben“
Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Forderung, Frauen verstärkt in administrative und pastorale Führungspositionen zu bringen. Jeppesen-Spuhler sieht hier besonders die Bistümer im deutschsprachigen Raum in der Pflicht. Zwar fänden sich im Dokument bereits positive Beispiele aus der Schweiz und Österreich, doch gebe es noch viel „systematisch anzugehen“.
„Frauen in der Gemeindeleitung gibt es noch nicht überall. Das können wir eigentlich systematisch einführen“, so die Synodenteilnehmerin. Eine aktuelle Studie deutschsprachiger Frauenverbände stütze diesen Weg: Sie zeige, dass Frauen in der Leitung besonders synodal arbeiteten, Menschen einbezögen und Führung kreativ gestalteten.
Sichtbarkeit
Neben administrativen Rollen fordert Jeppesen-Spuhler eine stärkere Präsenz von Frauen in der Liturgie. Die Verkündigung des Wortes Gottes sei eine „prominente Rolle“, in der Frauen sichtbarer werden müssten. Das Dokument der Studiengruppe gebe hierzu wichtige Hinweise – von der Auswahl liturgischer Texte, die die Realität von Frauen in der Bibel widerspiegeln, bis hin zur geschlechtergerechten Sprache im Gottesdienst. Auch das Thema der Predigt von Frauen in der Eucharistiefeier müsse weiterverfolgt werden.
Wissenschaftliche Begleitung in Linz
Der synodale Prozess endet nicht mit dem Bericht, sondern geht in eine neue Phase der Implementierung über. Jeppesen-Spuhler verwies auf „Denk-Zentren für synodale Entwicklung“, wie jenes an der Katholischen Privat-Universität Linz. Dort werde intensiv an der Weiterentwicklung für Europa und die deutschsprachigen Ortskirchen gearbeitet. „Es wird viel gesät, was vielleicht erst später einmal geerntet werden kann“, so das Fazit zum aktuellen Aufbruch in der Frauenfrage.
(vatican news)
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