EVP-Abgeordnete würdigen Papst-Audienz als Ermutigung für christdemokratische Werte
Mario Galgano - Vatikanstadt
Manfred Weber betonte, dass der Papst eine klare Grenze zu jenen Bestrebungen gezogen habe, welche versuchen, die christliche Demokratie für spalterische Zwecke zu missbrauchen. Der Kern christdemokratischer Arbeit müsse es stets sein, Menschen zusammenzuführen. Ein wesentlicher Punkt des Austauschs war laut Weber die Bedeutung der Wahrheit in der politischen Kommunikation. Der Papst habe verdeutlicht, dass Menschen nicht durch Falschinformationen oder gezielte Täuschungen fehlgeleitet werden dürfen, sondern die Wahrheit wieder in den Mittelpunkt des Handelns gerückt werden müsse.
In Bezug auf konkrete parlamentarische Aufgaben erläuterte Weber, dass die Vision der Gründerväter wie Adenauer und Schuman heute als Kompass diene, um Egoismus und Nationalismus zu überwinden. In der Praxis bedeute dies für die Fraktion, Familien zu unterstützen und das Leben zu schützen. Auch beim Grenzschutz gelte es, hinter jeder Migrationsbewegung den einzelnen schutzbedürftigen Menschen zu sehen. Über allen Bemühungen stehe das Ziel des Friedens, für das das europäische Projekt ein geeignetes Instrument darstelle.
Zwischen digitaler Welt und persönlicher Begegnung
Lukas Mandl, der als österreichischer Abgeordneter für die Europäische Volkspartei im Europäischen Parlament tätig ist, zeigte sich besonders von der päpstlichen Aufforderung zur Furchtlosigkeit und der Betonung des Parlamentarismus beeindruckt. Er hob hervor, dass der Papst besonderes Gewicht auf die Notwendigkeit persönlicher Begegnungen als Ergänzung zur digitalen Welt gelegt habe. Laut Mandl ist die Pflege analoger Beziehungen zwischen Parlamentariern und Bürgern ein wesentliches Mittel, um Brücken zu bauen und neuen Formen der Intoleranz entgegenzutreten, die heute oft über digitale Wege verbreitet werden.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war zudem die Künstliche Intelligenz, die der Papst bereits als die neue soziale Frage der Gegenwart bezeichnet hat. Lukas Mandl erklärte, dass es eine Aufgabe der politischen Mitte sei, diese Technologie menschenfreundlich zu gestalten und sicherzustellen, dass sie dem Gemeinwohl diene, statt lediglich geschäftlichen Interessen zu folgen. Mandl äußerte die Erwartung, dass der Papst zu diesem Thema eine Enzyklika verfassen könnte, die als Inspiration für die künftige Gesetzgebung dienen würde. Sowohl Weber als auch Mandl hielten fest, dass christliche Werte und Extremismus unvereinbar seien und die europäische Integration als Vorbild für eine Welt jenseits nationaler Egoismen fungieren müsse.
(vatican news)
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