Archivbild: Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration Archivbild: Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration  (@Vatican Media)

EU-Kommissar Brunner über die Kirche in der Asylpolitik

Der für Migration zuständige österreichische EU-Kommissar Magnus Brunner hat an diesem Dienstag die europäische Asylpolitik verteidigt. Kritik von Kirchenvertretern an einer isolationistischen Haltung Europas, wies Brunner im Interview der „Herder Korrespondenz“ (Mai-Ausgabe), zurück.

„Unser Asylrecht muss dem Schutz derjenigen dienen, die ihn wirklich brauchen“, so Brunner. Er zeigte sich überzeugt, dass das Christentum weiterhin im Wertekanon der EU eine bedeutende Rolle spielt. 

„Einer der sichersten Orte der Welt“


Dass Kirchenvertreter die EU wegen einer zu isolationistischen Haltung kritisieren, wollte der Kommissar nicht gelten lassen. Das Gegenteil sei der Fall, so Brunner: „Europa ist einer der sichersten Orte der Welt. Menschen kommen zu uns, um Verfolgung zu entgehe und um in Sicherheit zu leben. Migration gehört zu Europa.“

Brunner ist in der Europäischen Kommission auch für den strukturierten Dialog mit den Kirchen und Religionen zuständig. Das Christentum und der Liberalismus spielen im Wertekanon der EU jedenfalls nach wie vor eine bedeutende Rolle: „Diese zwei Strömungen prägen unsere Werte und unser Handeln weiterhin. Das christliche Menschenbild mit seinem Fokus auf der unantastbaren Würde jedes Einzelnen ist der Kern unserer europäischen Idee. Gleichzeitig verdanken wir dem Liberalismus die Betonung von individueller Freiheit, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenschutz."

Unverzichtbare Arbeit der Kirchen


In Zeiten globaler Krisen wachse die Rolle der Kirchen in Europa, so Brunner und führt aus: „Kirchen sind Orte der Begegnung. Gerade in einer vielfältigen, offenen Gesellschaft verbinden sie, statt zu spalten, bauen Brücken zwischen Kulturen, Generationen und verschiedenen sozialen Gruppen." Dazu sei er im ständigen Austausch mit allen Trägern, so Brunner: „Erst im Oktober durfte ich im Vatikan Papst Leo XIV. treffen."

Die Arbeit der katholischen Kirche, die sich für ein versöhntes, solidarisches Europa einsetzt, sei unverzichtbar. Denn: „Ohne zivilgesellschaftliche Kräfte geht es nicht - bei der Integration, in der Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenslagen, in der aktiven Förderung von Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit.“

(kap - nm)

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05. Mai 2026, 13:05