Weltflüchtlingstag am 20. Juni Weltflüchtlingstag am 20. Juni  (ANSA)

D: Flüchtlingsbischof Heße fordert einheitliche Bestimmungen

Wenn Geflüchtete Deutschland verlassen müssen, gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regeln. DBK-Flüchtlingsbischof Stefan Heße will das ändern und und blickte auf die Innenministerkonferenz, die bis Freitag in Hamburg tagt hat.

Der katholische Flüchtlingsbischof Stefan Heße hat sich angesichts der in Hamburg tagenden Innenministerkonferenz für einheitliche Regeln bei der Rückkehr von Geflüchteten ausgesprochen. „In manchen Bundesländern erhalten die Menschen vor ihrer Rückkehr ein sogenanntes Handgeld, in anderen nicht; auch die Höhe variiert stark. Dies führt zu zusätzlicher Unsicherheit und Konflikten“, sagte Heße am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Es wäre sinnvoll, hier faire Bedingungen zu schaffen und jedem eine angemessene Unterstützung für den Neustart in der alten Heimat zu gewähren.“ Die Menschen, die Deutschland verlassen müssen, müssten dies in Sicherheit und Würde tun können. „Für uns als Kirche ist klar: Auch für sie tragen wir Verantwortung“, so der Erzbischof von Hamburg.

Heße: Geflüchtete brauchen Bleibeperspektive

Von der Innenministerkonferenz erhofft sich Heße zudem mehr Hilfe auch für jene Geflüchteten, die in Deutschland bleiben können. Bei vielen von ihnen sorgten unklare Perspektiven für einen hohen Leidensdruck. „Deshalb ist es so wichtig, dass sie eine verlässliche und rechtssichere Bleibeperspektive erhalten. Ich hoffe, dass bei der Innenministerkonferenz in Hamburg die richtigen Weichen gestellt werden.“

Heße erlebt nach eigenen Angaben immer wieder Menschen, die aus der Ukraine und Syrien nach Deutschland gekommen sind und sich auf einem guten Integrationsweg befinden. „Trotz aller Herausforderungen gelingt es ihnen, hier zu arbeiten, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.“

Im Vorfeld der Innenministerkonferenz forderte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), die rechtlichen Hürden für die Abschiebung straffälliger Flüchtlinge unabhängig vom Herkunftsland zu senken. Grote ist zugleich Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern, deren Treffen bis Freitag dauerte.

(kna – nm)

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20. Juni 2026, 11:26