Sich haltende Hände in einem Krankenhaus Sich haltende Hände in einem Krankenhaus  (©pattilabelle - stock.adobe.com)

D: Kirchen würdigen ökumenische Krankenhausseelsorge

Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland würdigen die ökumenische Krankenhausseelsorge als bedeutendes Zeugnis gelebter Ökumene. „Im Krankenhaus wird Ökumene nicht zuerst diskutiert, sondern gelebt“, so Bischof Kohlgraf, Vorsitzender der Pastoralkommission Deutschen Bischofskonferenz.

Anlässlich der Vorstellung einer gemeinsamen Logopräsenz dankten der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland rund 2.000 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorgern für ihren Dienst in Deutschland.

Gemeinsamer Dienst an den Menschen

„Die Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Krankenhausseelsorge ist ein starkes ökumenisches Zeugnis. Im Krankenhaus wird Ökumene nicht zuerst diskutiert, sondern gelebt – im gemeinsamen Dienst an den Menschen“, so Bischof Kohlgraf in einem Video-Grußwort. „Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen und kirchliche Präsenz nicht mehr selbstverständlich ist, hat die Krankenhausseelsorge eine besondere Bedeutung. Sie ist ein Ort, an dem Menschen Kirche oft in sehr konzentrierter und glaubwürdiger Weise erfahren.“

„Im Krankenhaus wird Ökumene nicht zuerst diskutiert, sondern gelebt – im gemeinsamen Dienst an den Menschen“

Landesbischof Kramer betonte: „In den Kliniken unseres Landes ist die Ökumene tägliche, vertrauensvolle Praxis. Wenn jemand krank ist, ist es gut, wenn jemand vorbeikommt. Seelsorgende achten dabei auch auf das ärztliche und pflegerische Personal, sowie auf das Reinigungspersonal“. Mit Blick auf das Logo ergänzte er: „Wo dieses Logo zu sehen ist, steckt verlässliche, hochqualifizierte christliche Seelsorge dahinter: zugewandt, professionell und vom Evangelium her gedacht“.

Qualität und Verlässlichkeit

Das Logo wurde von einer ökumenischen Arbeitsgruppe entwickelt. Inspiriert von frühchristlichen Christusmonogrammen kombiniert es ein Kreuz mit den stilisierten Buchstaben K und S und dem Schriftzug der Krankenhausseelsorge. Es steht für Qualität und Verlässlichkeit kirchlicher Krankenhausseelsorge und darf überall dort verwendet werden, wo qualifizierte, kirchlich beauftragte Seelsorgerinnen und Seelsorger diesen Dienst leisten.

Über die Jahre hat sich Krankenhausseelsorge stark professionalisiert und genießt hohe Anerkennung. Sie richtet sich nicht nur an Patientinnen und Patienten, sondern auch an Angehörige und Klinikpersonal – unabhängig von deren religiöser Zugehörigkeit. Seelsorgende sind in nahezu allen größeren Kliniken präsent, ob freigemeinnützig, privat, kommunal oder an Universitätskliniken.

Gemeinsam anstatt konkurrierend

Zudem besteht eine intensive ökumenische Zusammenarbeit sowohl auf lokaler als auch übergeordneter Ebene. Rahmenvereinbarungen zwischen Diözesen und Landeskirchen haben die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren strukturell gestärkt. Konkret bedeutet dies etwa die gemeinsame Betreuung von Stationen, Rufbereitschaften, Mitwirkung in klinischen Ethikkomitees und gemeinsam verantwortete Ehrenamtsarbeit. Evangelische und katholische Angebote ergänzen sich und stehen nicht in Konkurrenz zueinander.

Vor diesem Hintergrund soll das ökumenische Logo Krankenhausseelsorge als sichtbares, flächendeckendes und qualitätsgesichertes Angebot von katholischer und evangelischer Kirche wahrgenommen werden. Ergänzend zu bestehenden lokalen und regionalen Logos soll es einen deutschlandweiten Wiedererkennungseffekt erzeugen.

(pm – nm)

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08. Juni 2026, 17:17