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D: „Mission is possible“ in Augsburg

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat die Einheit der Christen über Konfessionsgrenzen hinweg betont. Das, was Christinnen und Christen verbinde, sei viel stärker als das, was sie trenne, sagte Meier am Freitagabend in Augsburg.

Er fügte hinzu: „Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam den Blick auf Jesus Christus richten, der uns alle vereint.“ Meier äußerte sich zum Auftakt des neuen Missions-Kongresses „Mission is possible“. Hinter dem zweitägigen Programm aus Vorträgen, Workshops, Musik und Gebet im Augsburger Kongress am Park steht das Augsburger Gebetshaus unter der Leitung des katholischen Theologen Johannes Hartl. Die Konferenz richtet sich nach Angaben der Veranstalter an Personen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie Kirche in der Gegenwart Menschen unabhängig von Konfession und Alter erreichen kann. Das Organisationsteam sprach von rund 1.000 Besuchenden.

Bedeutung des Betens

Unter den Teilnehmenden befand sich neben dem Augsburger Weihbischof Florian Wörner auch der Passauer Diözesanbischof Stefan Oster, welcher über die Bedeutung des Betens sprach. Wer sich mit dem Thema Mission auseinandersetze, wisse um den Umstand, dass ohne Gebet nichts real sei. Oster definierte das Gebet als Ausdrucksform für die Beziehung mit Gott. Auf die Frage nach der praktischen Umsetzung führte der Bischof aus, man müsse darum bitten, der göttlichen Gegenwart vertrauen zu können. Dieser Gegenwart gelte es sich schweigend und wartend auszusetzen, bis sie sich von sich her zeige. Auch das innerliche Niederknien bezeichnete Oster als wichtig, damit sich das kontrollierende Ego nicht ständig einmische. Der Mensch halte sich von Natur aus für den Mittelpunkt der Welt und benötige daher eine Neuzentrierung auf Gott. Wenn dies gelinge, ereignen sich laut Oster die wesentlichen Dinge meistens in den leisen, inneren Regungen der Seele und weniger in großen Gefühlswallungen.

Aktueller Zustand der Kirche

Der Theologe Johannes Hartl übte Kritik am aktuellen Zustand der Kirche und verglich die Situation mit einem Restaurant, dessen Personal sich auf interne Abläufe, Jahresgespräche und Tischdekorationen spezialisiert habe, aber auf die Bestellung eines hungrigen Gastes nicht vorbereitet sei. Hartl erklärte, er habe das Gefühl, dass Kirchen oft in dieser Weise agieren und davon ausgehen, dass alle Menschen versorgt seien, weil die Verantwortlichen selbst an reich gedeckten Tischen sitzen. Dabei werde übersehen, dass Personen außerhalb dieser Strukturen spirituellen Hunger leiden. Das Wesentliche an der Kirche sei nicht die Institution selbst, sondern Jesus Christus.

(kna - mg)

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20. Juni 2026, 11:49