D: Pfarrer und Bestseller-Autor Peter Dyckhoff ist tot

Der Pfarrer und Buchautor Peter Dyckhoff ist tot. Wie die von ihm ins Leben gerufene „Stiftung Ruhegebet“ bestätigte, verstarb der Geistliche im Alter von 88 Jahren. Dyckhoff war in der Öffentlichkeit vor allem dafür bekannt, das frühchristliche Ruhegebet nach Johannes Cassian im deutschsprachigen Raum neu belebt und verbreitet zu haben. Diese kontemplative Praxis zeichnet sich durch den Verzicht auf bewusstes Denken und die Wiederholung einfacher Gebetsformeln aus.

Geboren im Jahr 1937 in Rheine, schlug Dyckhoff zunächst einen akademischen Weg ein. Er begann ein Studium der katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen und wechselte im Verlauf zur Psychologie an die Universität Münster. Nach dem Unfalltod seines Vaters brach er das Studium ab, um 1964 die Leitung des familiären Textilbetriebs zu übernehmen.

Im Alter von 40 Jahren zog sich Dyckhoff aus der Geschäftsführung des Unternehmens zurück, um ab 1977 sein Theologiestudium wieder aufzunehmen. Seine Priesterweihe empfing er im Jahr 1981 in Brixen. In den folgenden Jahren war er als Wallfahrts- und Krankenhausseelsorger in Kevelaer tätig, bevor er als Gemeindepfarrer in das Bistum Hildesheim wechselte. Dort war er maßgeblich am Aufbau und der Leitung der Bischöflichen Bildungsstätte „Haus Cassian“ beteiligt, ehe er im Jahr 1999 nach Westfalen zurückkehrte.

Wissenschaftliches Werk und Nachwirkung

Neben seiner praktischen Seelsorgetätigkeit widmete sich Dyckhoff der akademischen und schriftstellerischen Arbeit. Im Jahr 2006 wurde er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar mit einer Dissertation zum Thema „Gebet als Quelle des Lebens“ promoviert. Er verfasste eine Vielzahl theologischer Publikationen, darunter sein im Jahr 2025 erschienenes Werk „Goldenes Buch vom Ruhegebet“.

Der Vorstand der „Stiftung Ruhegebet“ erklärte in einer Stellungnahme, das Werk des Verstorbenen im Sinne des Gründers fortführen zu wollen. Dyckhoff habe die religiöse Praxis vieler Menschen durch seine Publikationen sowie durch seine Präsenz in Rundfunk und Fernsehen mitgestaltet.

(pm - mg)

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08. Juni 2026, 13:45