Buchtipp: Roman über Konzil von Nizäa von syrisch-orthodoxem Diakon
Michael C. Hermann - Rom
Die Begegnung mit Papst Leo und den Führern der anderen christlichen Kirchen hat Josef Önder so beeindruckt, dass er sie in einem Roman verarbeitet hat: Wir werfen einen Blick in das Buch mit dem Titel „Das Konzil der Ewigkeit - Stimmen aus Nizäa"...
„Ein Kreis aus Marmor erhob sich im Zentrum, ein Kreis ohne Anfang und Ende, um den sich goldene Sitze ordneten. Dort versammelten sie sich. (...) Und sie begannen zu sprechen – nicht in Streit, sondern in Hymnen, in Fragen, in Schweigen. So entstand ein neues Konzil, nicht aus Menschen, sondern aus Ewigkeit: das Konzil der Seelen, das niemand einberufen hatte, das aber vom Heiligen Geist selbst eröffnet wurde.“
Eine Versammlung von Kirchenvätern
Kirchenväter aus Ost und West, von Ephräm der Syrer über Augustinus und Martin Luther bis hin zu Benedikt XVI, versammeln sich in dem Roman, um die Einigkeit der Christen zu diskutieren und voranzubringen. Das ist das Thema des Romans von Josef Önder.
„Sie müssen sich vorstellen: 451 nach Christus gab es ja die erste große Kirchenspaltung. Und 1574 Jahre später treffen sich diese ganzen Akteure im alten Konstantinopel, im heutigen Istanbul wieder. Und für mich war es so, dass ich empfunden habe, dass es keinen Bruch mehr gibt, dass wir eins sind in Jesus Christus. Ich habe den Heiligen Vater gesehen, Papst Leo, seine Allheiligkeit Patriarch Bartholomeus, den syrisch-orthodoxen Patriarchen - viele verschiedene Kirchenvertreter saßen an einem Tisch und haben gerungen, haben geredet. Und es ging um die eine Sache Jesus Christus, unseren Glauben.“
Spaltungen überwinden
Önders große Hoffnung ist es, dass die Spaltungen, die das Christentum erlebt hat, überwunden werden können. „Ich hege die Hoffnung, dass wir, nicht heute oder morgen, aber in den nächsten 50 oder 100 Jahren, noch näher rücken werden. Denn uns verbindet mehr als uns trennt: Die Heilige Schrift, das Kreuz. Uns verbindet so viel. Und auf das, was uns verbindet, müssen wir zählen und bauen und nicht auf das, was uns trennt.“
Eine Hauptfigur in Önders Roman ist ein Zeitgenosse, ein junger Theologe aus Tübingen. En Ausschnitt aus dem Roman: „Und während die Kirchenväter um ihn standen, sah Julius hinauf zum großen Kreuz über den Konzilstisch. Es war, als vereinten sich in diesem Moment alle großen Zeiten - von Nizäa, Chalcedon, Edessa, Rom, Tübingen – zu einem einzigen Ort, an dem Christus, der Lehrer aller Lehrer, in Ewigkeit sprach.“
Dazu erklärt uns Josef Önder: „Julius geht es ja um Gnade, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, und er ist ein Brückenbauer. Und das ist auch so in meinem Leben, dass ich versuche, Brücken zu bauen, nicht nur zur römisch-katholischen Kirche, sondern auch zur orientalischen, zur westlichen Kirchenfamilie, zu evangelischen oder reformierten Kirchen. Und das ist meine Person, die in diesem Roman vorkommt. Es ist mein Traum, mein Lebenstraum, dass wir alle, so wie wir das auch in Istanbul am 29. November letzten Jahres gesehen haben, an einem Tisch sitzen und um die Sache des Herrn ringen.“
Das Buch von Josef Önder: Das Konzil der Ewigkeit ist für einen Preis von rund 11 Euro zu erhalten über www.margraf-publishers.eu/buchshop/belletristik
(vatican news)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..