Nach Michael Landau, Chef der Caritas-Europa müsse eine „Zivilisation der Liebe“ aufgebaut werden. Nach Michael Landau, Chef der Caritas-Europa müsse eine „Zivilisation der Liebe“ aufgebaut werden. 

Österreich: Caritas Europa fordert Realismus und Dialog

Michael Landau fordert dazu auf, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen mit einem zuversichtlichen Realismus und respektvollen Dialogen entgegenzutreten. Daneben mahnt er vor einer Politik der Abschottung.

 

„Lassen wir uns unsere Empathiefähigkeit nicht nehmen.“ Diesen Appell lancierte Michael Landau, Caritas-Europa-Chef, in seiner Predigt an diesem Sonntag im Wiener Stephansdom. Täglich seien stattdessen eine schroffe Kritik an Gesellschaft und Politik, Unzufrieden und Abschottung zu beobachten. Wer denke, mit Maßnahmen wie Grenzschließungen werde alles besser, erzähle entweder „bewusst die Unwahrheit oder gefährliche Lügen“.

Auf hoher See besser nicht allein

Viele Ereignisse, wie in den USA oder den Ölpreis, könne man nicht beeinflussen. Eine Abkopplung von dieser Welt sei nach dem Caritas-Europa-Chef hingegen keine Option, denn die „Insel der Seligen“ kehre nicht zurück. Lamentieren führe letztlich zu nichts, denn besonders „auf hoher See“ sei man besser nicht allein unterwegs. Infolgedessen sei ein respektvoller Umgang unter gemeinsamen Partnern, auch gegenüber Menschen, die politische Verantwortung, tragen essenziell.

Landau betonte hingegen auch, dass Europa und Österreich ungeachtet ihrer Schwierigkeiten lebenswerte Orte blieben, etwa bei funktionierenden Gesundheits- und Sozialsystemen als auch bei Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt: „Reden wir uns die Dinge nicht klein, auf die wir hier bei uns und in Europa zu Recht stolz sind, und lassen wir sie uns auch nicht schlechtreden“.

Zivilisation der Liebe

Auf die Enzyklika von Papst Leo XIV. verweisend, warnte der Caritas-Chef davor, angesichts großer Schwierigkeiten zu resignieren. Jeder verfüge über einen eigenen Handlungsspielraum, niemand sei ohne Verantwortung. Dazu müsse eine „Zivilisation der Liebe“ aufgebaut werden, ein Aufbau von Frieden und Gerechtigkeit, der zudem die Perspektive der Opfer und der an den Rand Gedrängten annehme.

Zusätzlich betont er die Notwendigkeit sich um einen gesunden Realismus und um den ehrlichen, ausdauernden und respektvollen Dialog zu bemühen. Ohne den würde nichts gehen, „weder in Staat und Gesellschaft noch im eigenen Haus“. 

(kap - sc)

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21. Juli 2026, 11:14