Papst Franziskus bei der Generalaudienz Papst Franziskus bei der Generalaudienz 

Papst: „Glauben und Leben in Einklang bringen“

Nur wer seinen Glauben mit seinem Leben zur Übereinstimmung bringt, kann die Frohe Botschaft glaubhaft verkünden. Das sagte Papst Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz. Als Beispiel eines großen Evangelisierers wählte er diesmal den China-Missionar und Jesuiten Matteo Ricci (1552-1610).

Ricci habe sich auf seine Mission mit seinen Mitbrüdern sehr gut vorbereitet, vorab Chinesisch gelernt, die Bräuche des Volkes studiert und sich schließlich im Süden des Landes niederlassen können. Erst 18 Jahre später habe er es nach Peking geschafft. „Mit Beständigkeit und Geduld, beseelt von einem unerschütterlichen Glauben, gelang es Matteo Ricci, Schwierigkeiten und Gefahren, Misstrauen und Widerstand zu überwinden“, erklärte Papst Franziskus, der 400 Jahre später mit dem Abkommen zwischen Heiligem Stuhl und Peking zur gemeinsamen Ernennung von Bischöfen eine ebenfalls langwierige und heikle Geduldsprobe ins Werk setzt.

Dialog und Freundschaft

Matteo Riccis Weg sei immer der des Dialogs und der Freundschaft mit allen Menschen gewesen, denen er begegnete, so der Papst über seinen Mitbruder aus der Frühgeschichte des Jesuitenordens. „Dies öffnete ihm viele Türen, um den christlichen Glauben zu verkünden. Sein erstes Werk auf Chinesisch war tatsächlich eine Abhandlung über die Freundschaft, die großen Anklang fand.“ Die umfassende Allgemeinbildung des Jesuiten habe bei ebenfalls sehr kultivierten Menschen in China Bewunderung ausgelöst. 1584 schuf Ricci den ersten chinesischen Globus, eine Landkarte der damals bekannten Welt mit den verschiedenen Kontinenten. Dies, so Franziskus, offenbarte den Chinesen zum ersten Mal eine äußere Realität: „China ist viel größer, als sie es jemals für möglich gehalten hätten. Er zeigte ihnen, dass die Welt noch größer ist als China, und sie verstanden es - weil sie klug waren.“

„Er zeigte ihnen, dass die Welt noch größer ist als China, und sie verstanden es - weil sie klug waren“

Kern seines Wirkens als Missionar sei allerdings Riccis gelebter Glaube gewesen, betonte der Papst in seiner ungewöhnlich langen Mittwochskatechese. Matteo Ricci und seine Gefährten in China hätten unablässig gebetet. Nächstenliebe, Demut und Desinteresse an Ehren und Reichtümern hätten sie ausgezeichnet. Diese Lebensweise der Glaubwürdigkeit habe viele von Riccis chinesischen Schülern und Freunden dazu gebracht, den katholischen Glauben anzunehmen. „Denn sie sahen einen Mann, der so intelligent, so weise, so klug - im guten Sinne des Wortes - war, die Dinge durchzusetzen, und so gläubig, dass sie sagten: ,Aber das, was er predigt, ist wahr, weil es in einer Persönlichkeit steckt, die Zeugnis ablegt: Er legt mit seinem eigenen Leben Zeugnis ab für das, was er verkündet´.

„Was die Menschen anzieht, ist das Zeugnis der Konsequenz“

Genau dieser Punkt sei wichtig für alle Gläubigen, hob Franziskus hervor. „Ich kann all die Dinge aufsagen, an die wir glauben, aber wenn mein Leben nicht damit übereinstimmt, nützt es nichts. Was die Menschen anzieht, ist das Zeugnis der Konsequenz: Wir Christen leben, was wir sagen, und geben nicht vor, wie Christen zu leben, und leben wie Weltmenschen.“

Der missionarische Geist von Matteo Ricci sei heute ein lebendiges Vorbild, so der Papst weiter. An dem italienischen China-Missionar sei vieles großartig gewesen, „aber vor allem ist er großartig, weil er konsequent seiner Berufung gefolgt ist, konsequent dem Wunsch, Jesus Christus zu folgen.“

(vatican news - gs)

 

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31. Mai 2023, 12:27