Papst Leo: Tipps und Grundlinien für’s christliche Bildungswesen
Stefan von Kempis – Vatikanstadt
… nämlich auch darum, ein Vorbild an Großzügigkeit und Hingabe zu sein. Das sagte Papst Leo XIV. an diesem Freitag bei einer Audienz für die Vollversammlung des vatikanischen Dikasteriums für Laien, Familie und das Leben. „Es stimmt, dass in der Kirche manchmal die Figur des Ausbilders als Pädagoge, der sich der Vermittlung religiöser Unterweisungen und Kompetenzen verschrieben hat, Vorrang vor der Figur des Vaters hatte, der fähig ist, zum Glauben zu führen“, so der Papst. „Unsere Mission ist jedoch viel höher…“
Als Wesenszug einer christlichen Aus- und Weiterbildung unterstrich Leo XIV., der in seiner Zeit als Missionar in Peru auch selbst als Mathe- und Physik-Lehrer an Schulen gearbeitet hat, den Aspekt des Gemeinschaftlichen.
Gemeinschaft, Vorbildlichkeit, kohärente Lebensweise
„So wie das menschliche Leben durch die Liebe eines Mannes und einer Frau weitergegeben wird, so wird auch das christliche Leben durch die Liebe einer Gemeinschaft weitergegeben… Was in den Eltern den Wunsch weckt, ihren Kindern Leben zu schenken, ist nicht das Bedürfnis, etwas zu haben, sondern der Wunsch, zu geben, die Fülle der Liebe und Freude, die in ihnen wohnt, zu teilen, und genau hier hat auch jedes Werk der Bildung seine Wurzeln.“
Der Papst nannte noch einige andere Punkte, die ihm im christlichen Bildungswesen am Herzen liegen. Ausbildung und Erziehung sollten dazu angetan sein, zum Glauben und zu einer kohärenten Lebensweise zu führen, „die alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens umfasst, wie Arbeit, Beziehungen und das tägliche Verhalten“.
Das menschliche Leben achten
„Darüber hinaus ist es unerlässlich, in unseren Gemeinschaften die Ausbildungsaspekte zu pflegen, die auf die Achtung des menschlichen Lebens in jeder seiner Phasen abzielen – insbesondere diejenigen, die dazu beitragen, jede Form von Missbrauch von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen zu verhindern sowie die Opfer zu begleiten und zu unterstützen.“
Generell ist das Aus- und Weiterbilden in christlichem Geist aus Leos Sicht eine „Kunst“: Sie sei „nicht einfach und lässt sich nicht improvisieren“.
„Die Herausforderungen, denen ihr euch manchmal gegenüberseht, mögen über eure Kräfte und Ressourcen hinausgehen. Lasst euch jedoch nicht entmutigen. Beginnt im Kleinen und folgt im Glauben der evangeliumsgemäßen Logik des Senfkorns“ (vgl. Mt 13,31-32), im Vertrauen darauf, dass der Herr euch zur rechten Zeit niemals die notwendigen Energien, Menschen und Gnaden vorenthalten wird.
(vatican news)
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