Papst bittet im Februar um Gebet für schwerkranke Kinder
Mario Galgano - Vatikanstadt
„Herr, lehre uns, dein Angesicht in jedem leidenden Kind zu erkennen“, lautet das Leitwort des Papstes für diesen Monat. In einer Zeit, in der Millionen von Familien weltweit gegen schwere chronische Leiden ihrer Kinder kämpfen, mahnt das Oberhaupt der katholischen Kirche eine „aktive Barmherzigkeit, Geduld und Zärtlichkeit“ an.
Die Kluft zwischen Arm und Reich
Begleitend zur Gebetsmeinung veröffentlichte der Vatikan erschreckende Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks UNICEF. Jährlich erhalten rund 400.000 Kinder und Jugendliche die Diagnose Krebs. Die Überlebenschancen hängen dabei dramatisch vom Geburtsort ab: Während in einkommensstarken Ländern über achtzig Prozent der betroffenen Kinder geheilt werden können, sinkt diese Quote in Ländern mit niedrigem Einkommen auf unter dreißig Prozent.
Mehr als 2,1 Milliarden junge Menschen unter 20 Jahren leben weltweit mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen oder Atemwegserkrankungen. Papst Leo XIV. betont in seinem Video, das in der vatikanischen Kirche San Pellegrino aufgenommen wurde, dass jedes dieser Kinder Anrecht auf eine „angemessene medizinische Hilfe und eine menschliche, nahe Begleitung“ hat.
„Unheilbar ist nicht gleich untröstlich“
In seinem Gebetsvideo hält der Papst Zeichnungen von Patienten des pädiatrischen Krankenhauses Bambino Gesù in den Händen. Er knüpft damit an einen Gedanken seines Vorgängers Franziskus an: Ein Kind mag medizinisch „unheilbar“ sein, aber es darf niemals als „unbetreubar“ gelten.
Pater Cristóbal Fones, Direktor des Weltweiten Gebetsnetzwerks, erklärt dazu: „Es gibt Krankheiten, die zwar nicht unmittelbar tödlich sind, aber das gesamte Familienleben über Jahrzehnte prägen. Das ist besonders dramatisch, wenn es Menschen am Anfang ihres Lebens trifft.“ Das Netzwerk, das über 22 Millionen Menschen in neunzig Ländern umfasst, soll nun eine „Kette der Solidarität“ bilden, um betroffene Familien spirituell und moralisch zu stützen.
Ein Appell an Regierungen und Gemeinschaften
Der Papst schließt sein Anliegen mit einem Gebet für das medizinische Personal. Ärzte, Krankenpfleger und Betreuer seien aufgerufen, ihren Dienst als „Ausdruck aktiven Mitgefühls“ zu verstehen. Gleichzeitig appelliert der Papst an die christlichen Gemeinschaften, Familien schwerkranker Kinder nicht allein zu lassen, damit diese „fest in der Hoffnung bleiben“ können.
„Auch inmitten des Schmerzes kann eine liebevolle Gemeinschaft zur Quelle des Trostes und zum Samen der Hoffnung werden“, so Leo XIV. Das Gebetsanliegen ist ab sofort über die App „Click to Pray“ sowie auf den offiziellen Kanälen des Vatikans in verschiedenen Sprachen verfügbar.
(vatican news)
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