Vorschau auf die Ausstellung in Pordenone Vorschau auf die Ausstellung in Pordenone 

„Großer Europäer“: Ausstellung auf dem Weg zum 100. Geburtstag Joseph Ratzingers

Nicht nur eine Sammlung von Erinnerungsstücken, sondern ein menschlich-intellektuelles Porträt Joseph Ratzingers: Eine Ausstellung will das Denken Joseph Ratzingers neu ins Gespräch bringen – als Theologe, Papst und „großer Europäer“. „An Benedikt XVI. erinnern. Auf dem Weg zum 100. Geburtstag“ („Ricordando Benedetto XVI. Verso il centenario della nascità“) ist vom 21. Februar bis 12. April im Diözesanmuseum für Sakralkunst im norditalienischen Pordenone zu sehen.

Birgit Pottler - Vatikanstadt

Die Ausstellung verbindet Chronologie und Persönliches und richtet den Blick auf den 100. Geburtstag Joseph Ratzingers (16. April 2027) – mit Fotografien, Kunstwerken, einem Videodokumentarfilm, liturgischen Gewändern und persönlichen Gegenständen. „Wir wollen ein langes und intensives Leben des Menschen darstellen – Priester, Professor, Bischof, Kardinal, Papst und emeritierter Papst“, erklärt Luca Caruso von der Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ gegenüber den Vatikanmedien.

Anstoß für neue Aufmerksamkeit

Seine Botschaft und sein wissenschaftliches Werk richteten sich jedoch „an die ganze Welt“ – „mit seinen scharfsinnigen Überlegungen nicht nur theologischer Art, sondern auch mit Analysen zur Gesellschaft, zu Europa, zu seiner Geschichte, zum Relativismus“. Caruso hofft, dass die Ausstellung „ein Anstoß sein kann, die Aufmerksamkeit“ auf das Denken Joseph Ratzingers zu lenken und „den Wunsch zu wecken, bestimmte Aspekte“ seines Werkes weiter zu vertiefen.

Luca Caruso von der Ratzinger-Stiftung. Rechts im Bild Mariusz Kuciński.
Luca Caruso von der Ratzinger-Stiftung. Rechts im Bild Mariusz Kuciński.
Hier zum Nachhören

In den roten Schuhen...

Im Verlauf der Präsentation zeichnete Giovanni Maria Vian, Historiker und emeritierter Direktor des Osservatore Romano, ein Profil des deutschen Pontifex. In der Ausstellung fehlen auch die bekannten Symbole des Pontifikats nicht: die weiße Soutane, die rote Mozzetta - das Schultercape mit Hermelinbesatz, die roten Schuhe, das Pileolus, eine Mitra, liturgische Paramente. Der Großteil der Exponate stammt aus der Ratzinger-Stiftung oder aus dem Ratzinger-Studienzentrum in Bydgoszcz (Polen). Für den Leiter des Studienzentrums, Mariusz Kuciński, geben die roten Schuhe einen besonderen Auftrag. Benedikt XVI. würde sagen: „Schau, ich habe diesen Weg genommen. Dieses Symbol für meinen Weg überlasse ich euch, diesem Teil Europas: Tragt es weiter, zieht diese Schuhe an und tragt das weiter, was ich gelehrt habe. Ihr seid Teil desselben Einsatzes für das Evangelium.“

„Von Papst Benedikt haben wir viel zu lernen“

Papst Benedikt XVI. sei „ein großer Europäer gewesen“, betont der deutsche Botschafter Bruno Kahl in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog. Gegenüber den Vatikanmedien sagte er: „Er war ein respektierter und sehr geschätzter Gesprächspartner auch für die säkularen Geistesgrößen.“ Der Theologenpapst habe gezeigt, dass „bei noch so großen Gegensätzen intellektueller Art oder weltanschaulicher Art, die vernunftgesteuerte Auseinandersetzung zu guten Ergebnissen führen kann, auch zum Frieden. Von Papst Benedikt haben wir viel zu lernen.“

Erster Schritt auf dem Weg zum 100.

Bereichert wird die Ausstellung durch zahlreiche Fotos zur Apostolischen Reise nach Aquileia und Venedig (7.–8. Mai 2011) sowie durch einen eigenen Kunst-Bereich – als Erinnerung daran, dass Benedikt XVI. die Kunst als „Tor zum Unendlichen“ bezeichnete. Kunst könne das Bedürfnis des Menschen sichtbar machen, über das Sichtbare hinauszugehen.

Botschafter Bruno Kahl im Gespräch (Herta Gurtner)
Botschafter Bruno Kahl im Gespräch (Herta Gurtner)

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 21. Februar, der Eintritt ist frei. Informationen und Führungen: info@euro.eventi.it. Auf dem Programm stehen auch Begleitveranstaltungen wie die Tagung „Europa aus der Sicht Joseph Ratzingers“ (28. Februar) und ein Konzert (11. April) mit Musik von Mozart, dem von ihm geschätzten Komponisten. Diese Station im Nordosten Italiens sei ein „erster Schritt“, so Caruso von der Ratzinger-Stiftung: eine Auftaktveranstaltung, gedacht auch als Modell, das anderswo „in anderen Städten, in anderen Zentren“ aufgegriffen werden kann – mit der Möglichkeit, das Format zu erweitern oder andere Akzente zu setzen.

Veranstalter sind das Centro Studi Odoriciani und die Associazione Eventi di Pordenone, mit der wissenschaftlichen Unterstützung der Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ Die Schirmherrschaft haben das Dikasteriums für Kultur und Bildung und die Diözese Concordia-Pordenone.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

20. Februar 2026, 08:41