Die Pfarreikirche Santa Maria Regina Pacis in Ostia Die Pfarreikirche Santa Maria Regina Pacis in Ostia 

Papst Leo XIV. besucht Pfarrei in Ostia

Fünf Wochen, fünf Kirchen: An jedem Sonntag der Fastenzeit will Papst Leo eine andere Pfarrei in seinem Bistum besuchen und dort die Messe feiern. Den Auftakt macht am 15. Februar - schon vor dem Aschermittwoch - Santa Maria Regina Pacis in Ostia, nachmittags ab 17 Uhr. Das Gebiet gilt als Strand Roms, hat aber das ganze Jahr über viele soziale Probleme.

Die von Benedikt XV. gegründete Pfarrei Santa Maria Regina Pacis liegt in einem Gebiet mit sozialen Spannungen und Kriminalität, zugleich leben dort laut Pfarrer Giovanni Patané viele „gute Menschen“. „Wir sind eine lebendige Pfarrei in einem schwierigen Gebiet. Ostia ist viel mehr, es ist nicht das, was die Medien erzählen. Wir möchten das Schöne hervorheben“, so Patané vorab im Gespräch mit Radio Vatikan.

Hier zum Hören:

Wenn Papst Leo zu Besuch kommt, trifft er vor der Messeetwa 300 Erstkommunion- und Firmkindern sowie Jugendgruppen, Pfadfinder und Gläubige des Neokatechumenalen Wegs, sagt der Pfarrer. Auch Alte und Kranke sieht Leo, und nach der Messe trifft er den Pfarrgemeinderat. Was aber seine Gemeinde wirklich auszeichnet, sind die vielen Jugendlichen, so Patané. „Das ist eine der jüngsten Peripherien Roms, es gibt eine große jugendliche Dynamik“, erklärt er. Zugleich erlebe die Bevölkerung „sehr kontroverse soziale Situationen“. Patané sagte: „Vielleicht sind wir die entfernteste Peripherie der Diözese.“ Als 2015 Papst Franziskus zu Besuch kam, habe er scherzhaft gefragt: „Ist das noch meine Diözese?“, weil Ostia weit abgeschlagen vom Zentrum Roms liegt.

Innenansicht der Kirche
Innenansicht der Kirche

Die Pfarrei arbeitet nach eigenen Angaben eng mit staatlichen Behörden zusammen. „Die Sicherheitskräfte leisten aus dieser Sicht eine unglaubliche Arbeit, und wir glauben, dass das Miteinander von zivilen und religiösen Institutionen dieses Gebiet noch mehr durch das Gute hervorheben kann und nicht nur durch schlechte Nachrichten.“ Der Pfarrer in Ostia gehört im Übrigen selbst einer Kommission an, die vergangenes Jahr auf Betreiben der parlamentarischen Kommission für die Stadtrandgebiete ins Leben gerufen wurde, um die „Brennpunkte“ des Bistums Rom in den Blick zu nehmen. Neben Patané sind auch andere Priester und Ordensleute in dieser Gruppe aktiv.

„Eine schöne Kirche“

Trotz sozialer Probleme widerspricht der Pfarrer einem negativen Gesamtbild: „Ostia ist nicht nur das, es gibt auch viel Gutes.“ Drogen, Kriminalität und Prostitution existierten, „aber nicht ganz Ostia ist so. Es ist ein Teil! Es ist jener schwarze Fleck auf einem weißen Bild, der sofort auffällt, aber es bleibt ein Fleck.“ Ziel sei eine andere Erzählung über den Stadtteil, „beginnend gerade bei dieser Kirche. Eine schöne Kirche“, so Patané.

Historische Ansicht der Kirche
Historische Ansicht der Kirche

Santa Maria Regina Pacis entstand zwischen 1919 und dem Ende der 1920er Jahre in der Phase, als sich das moderne Ostia entwickelte. Die 1924 eröffnete Eisenbahnverbindung begünstigte das Entstehen eines neuen Vorortes, der Strand und urbanes Leben zu vereinen trachtete und naturgemäß auch eine Kirche brauchte.

Kuppel und Glockenturm von Santa Maria Regina Pacis prägen bis heute die Silhouette des Viertels. Die Widmung „Regina Pacis“ – Königin des Friedens – geht auf das geistliche Klima nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Papst Benedikt XV. förderte diesen Marientitel als Gebetsruf um Frieden in einem noch instabilen Europa.

(vatican news – gs)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

14. Februar 2026, 18:05