Symbolbild: Solidarität Symbolbild: Solidarität  (©koszivu - stock.adobe.com)

Papst: Geschwisterlichkeit konkret umsetzen

Zum Welttag der Geschwisterlichkeit aller Menschen und der Verleihung des Zayed-Preises für in diesem Bereich erreichte Verdienste ruft Leo XIV. dazu auf, Brücken zu bauen und ein stärkeres Gefühl gegenseitiger Verbundenheit zu schaffen. Die diesjährigen Preisträger würdigt der Papst in seiner Botschaft von diesem Mittwoch als „Aussäer der Hoffnung in einer Welt, die allzu oft Mauern errichtet.“

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Am 4. Februar jährt sich nicht nur der Welttag der Geschwisterlichkeit, sondern auch der 7. Jahrestag der Unterzeichnung des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen durch Papst Franziskus und Großimam Ahmad Al-Tayyeb.

„Die Notwendigkeit dieser Geschwisterlichkeit ist heute kein fernes Ideal, sondern eine dringende Notwendigkeit,“ gibt der Papst in seiner Botschaft zu bedenken. „Wir können nicht ignorieren, dass zu viele unserer Brüder und Schwestern gegenwärtig die Schrecken von Gewalt und Krieg erleben. Wir dürfen nicht vergessen, dass „in jedem Krieg letztlich das Projekt der Brüderlichkeit selbst, das der Berufung der Menschheitsfamilie eingeschrieben ist, zerstört wird“, zitiert Leo XIV. seinen Vorgänger Papst Franziskus (Enzyklika Fratelli Tutti, 26).

Der Pontifex ermahnt dazu, eine Brücke zwischen Theorie und gelebter Praxis zu schlagen, da Worte allein nicht genügten. „Unsere tiefsten Überzeugungen müssen durch greifbare Anstrengungen kultiviert werden. "Wenn wir in der Welt der Ideen und der Diskussionen verbleiben, ohne persönliche, wiederholte und von Herzen kommende Gesten, wird dies zum Scheitern unserer kostbarsten Träume führen" (Apostolisches Schreiben über die Liebe zu den Armen, Dilexi Te, 119). Als Brüder und Schwestern seien wir alle gerufen, „über die Peripherien hinauszugehen und ein stärkeres Gefühl gegenseitiger Zugehörigkeit zu entwickeln.“

Authentische Zeugnisse der Güte und der Nächstenliebe

Der Zayed-Preis, so der Papst weiter, würdige all jene, die es verstanden hätten, diese Werte in „authentische Zeugnisse der Güte und der Nächstenliebe“ umzusetzen. Die diesjährigen Preisträger – Ilham Aliyev, Präsident der Republik Aserbaidschan, Nikol Pashinyan, Premierminister der Republik Armenien, Frau Zarqa Yaftali und die palästinensische Wohltätigkeitsorganisation Taawon – würdigt der Papst in seiner Botschaft als „Aussäer der Hoffnung in einer Welt, die allzu oft Mauern statt Brücken baut.“

„Indem sie statt dem einfachen Weg der Gleichgültigkeit den anspruchsvollen Weg der Solidarität wählten, haben sie gezeigt, dass selbst tief verwurzelte Spaltungen durch konkretes Handeln überwunden werden können. Ihr Wirken zeugt von der Überzeugung, dass das Licht der Geschwisterlichkeit die Dunkelheit des Bruderkriegs durchbrechen kann.“

Den Anderen nicht als Fremden oder Bedrohung sehen

In seiner Botschaft dankt Leo XIV. Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, für die Unterstützung der Initiative, sowie dem Zayed-Komitee für seine Vision und moralische Überzeugung.

Abschließend ruft der Papst dazu auf, den Anderen länger als Fremden oder Bedrohung zu sehen, sondern in ihm einen Bruder oder eine Schwester zu erkennen.

(vaticannews – skr)
 

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04. Februar 2026, 13:49