Papst Leo XIV. ermuntert zu abgestimmtem Handeln für Kinderrechte
Der Papst erinnerte dabei an den Internationalen Gipfel zum Kindeswohl („International Summit on Children’s Rights“), der vor genau einem Jahr auf Einladung seines Vorgängers Papst Franziskus im Apostolischen Palast stattgefunden hat. Ziel dieses breit aufgestellten Gipfels war es, führende Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kirche für den weltweiten Schutz von Kindern zu sensibilisieren und gemeinsame Verpflichtungen zu formulieren.
Zu den Teilnehmenden zählte damals auch Königin Rania von Jordanien, die beim Treffen im Vatikan neben dem schon erkrankten Papst Franziskus am Runden Tisch saß. Darüber hinaus waren unter anderem Mario Draghi, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank, und Al Gore, US-amerikanischer Politiker und Umweltschützer, vertreten, außerdem Thomas Bach, der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Ahmed Naser Al-Raisi, Präsident von Interpol, und Paolo Gentiloni, Präsident der Task Force der Vereinten Nationen zum Thema Verschuldung.
Ein Jahr danach empfing nun Nachfolger Leo die Verantwortlichen der Initiative. „Es ist eine Tragödie, dass die Kinder und Jugendlichen unserer Welt so oft der Fürsorge und den grundlegenden Lebensnotwendigkeiten beraubt sind“, hob der Papst hervor. Die Lage der Kinder habe sich im vergangenen Jahr nicht verbessert. Man müsse sich fragen, „ob die globalen Verpflichtungen für eine nachhaltige Entwicklung beiseite geschoben wurden, wenn wir in unserer globalen Menschheitsfamilie sehen, dass so viele Kinder immer noch in extremer Armut leben, Missbrauch erleiden und gewaltsam vertrieben werden, ganz zu schweigen davon, dass ihnen eine angemessene Bildung fehlt und sie isoliert oder von ihren Familien getrennt sind."
Spezialisierte Hilfsangebote allein reichten nicht aus, um diese Herausforderung zu meistern, fuhr Leo fort. Entscheidend sei ein abgestimmtes Vorgehen über einzelne Zuständigkeiten hinweg. „Ich ermutige euch, Wege zu finden, um in größerer Harmonie zusammenzuarbeiten, damit Kinder eine ausgewogene Fürsorge erhalten, die ihr körperliches, psychologisches und spirituelles Wohl berücksichtigt“, erklärte er.
Vatikan-Einrichtungen begleiten Einsatz für Kinder
Der Papst verwies ausdrücklich daruf, dass mehrere vatikanische und kirchliche Einrichtungen diesen Ansatz begleiten. Dazu zählen das vatikanische Dikasterium zur Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, die Päpstliche Akademie für das Leben sowie die Union der Generaloberen USG und die Internationale Union der Generaloberinnen UISG. Diese Institutionen unterstützten die Bemühungen, übergreifende Bedürfnisse von Kindern stärker in den Blick zu nehmen.
Papst Leo XIV. verband seinen Appell mit einer konkreten Erwartung an die Verantwortlichen. Er rief dazu auf, über Absichtserklärungen hinauszugehen und tragfähige Konzepte zu entwickeln. Ziel seien „konkrete Schritte und Aktionspläne“, um den vielfältigen und miteinander verbundenen Bedürfnissen von Kindern gerecht zu werden. Nur so lasse sich verhindern, dass einzelne Problemlagen getrennt behandelt und zentrale Aspekte des Kindeswohls übersehen würden.
Papst Franziskus habe oft daran erinnert, wie wichtig es sei, Kindern zuzuhören, sagte Leo. Er wolle deshalb aus dem Brief zitieren, den die Kinder beim Kindeswohl-Gipfel vor einem Jahr Papst Franziskus überreicht hatten: „Gemeinsam mit Dir möchten wir die Welt von schlechten Dingen befreien, sie mit Freundschaft und Respekt erfüllen und Dir dabei helfen, eine schöne Zukunft für alle zu gestalten!“
Papst Franziskus machte den Schutz von Kindern früh zu einem festen Thema seines Pontifikats. 2014 errichtete er die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen und unterstützte wiederholt internationale Initiativen gegen Menschenhandel und sexuellen Missbrauch von Kindern, darunter weltweite Gebets- und Sensibilisierungstage, mit denen er Kirche und Politik zu konkretem Handeln drängte. Darüber hinaus brachte der frühere Erzbischof von Buenos Aires das aus Argentinien stammende Bildungsnetzwerk „Scholas Occurrentes“ in den Vatikan ein, das weltweit Kinder und Jugendliche über Bildungsprojekte vernetzt.
2023 führte Franziskus den katholischen Weltkindertag ein, der erstmals am 25. und 26. Mai 2024 begangen wurde. 2025 fand der Thementag wegen des Papstwechsels nicht statt. Papst Leo hat aber bekannt gegeben, die noch junge Tradition des Weltkindertags fortführen zu wollen. Die zweite Ausgabe soll demnach von 25. bis 27. September 2026 in Rom stattfinden.
(vatican news – gs)
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