2010: Die damaligen Präsidenten der USA und Russlands, Obama und Medwedew, unterzeichnen den New-START-Vertrag 2010: Die damaligen Präsidenten der USA und Russlands, Obama und Medwedew, unterzeichnen den New-START-Vertrag 

Leo XIV. drängt auf Fortsetzung von New-START-Vertrag

Mit Sorge beobachtet Papst Leo, dass an diesem Donnerstag der von Russland und den USA unterzeichnete New-START-Vertrag ausläuft. Er appelliere dringend dazu, dem Instrument eine „konkrete und wirksame Fortsetzung“ zu geben, so der Papst bei seiner Generalaudienz am Mittwoch.

„Morgen läuft der New-START-Vertrag aus, der 2010 von den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation unterzeichnet wurde und einen bedeutenden Schritt zur Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen darstellte“, sagte Papst Leo im Rahmen seiner Generalaudienz.

„In erneuter Bekräftigung meiner Ermutigung zu allen konstruktiven Bemühungen zugunsten der Abrüstung und des gegenseitigen Vertrauens“ wolle er „eindringlich“ dazu appellieren, „dieses Instrument nicht auslaufen zu lassen, ohne zu versuchen, ihm eine konkrete und wirksame Fortsetzung zu geben“: „Die gegenwärtige Situation verlangt, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um ein neues Wettrüsten zu verhindern, das den Frieden zwischen den Nationen weiter bedroht. Es ist dringender denn je, die Logik der Angst und des Misstrauens durch eine gemeinsam geteilte Ethik zu ersetzen, die die Entscheidungen am Gemeinwohl ausrichtet und den Frieden zu einem von allen bewahrten Gut macht.“

„Die gegenwärtige Situation verlangt, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um ein neues Wettrüsten zu verhindern, das den Frieden zwischen den Nationen weiter bedroht“

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Der New-START-Vertrag ist ein bilaterales Abrüstungsabkommen zwischen den USA und Russland, das 2010 durch die damaligen Präsidenten Obama und Medwedew unterzeichnet wurde. Er begrenzt die Zahl strategischer Atomwaffen, darunter einsatzbereite Sprengköpfe, Raketen und Bomber, beider Staaten und sieht gegenseitige Kontrollen und Inspektionen vor, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Ziel ist es, nukleare Aufrüstung zu verhindern und die strategische Stabilität zu sichern. Der Vertrag läuft am 5. Februar 2026, nach einer ersten Verlängerung vor drei Jahren, offiziell aus. Den Bestimmungen des Vertrags zufolge konnte New START nur einmal verlängert werden. Russland und die Vereinigten Staaten hätten jedoch ein neues Abkommen vereinbaren können, das mit dem Auslaufen von New START in Kraft getreten wäre.

Russland hatte bereits im vergangenen September angeboten, die im Vertrag festgelegten Obergrenzen für strategische Atomwaffen für ein weiteres Jahr über das offizielle Ablaufdatum hinaus einzuhalten, wenn die USA dasselbe tun. Gleichzeitig warnte die russische Seite, dass das Auslaufen des Vertrags die Welt in eine gefährlichere Lage bringe, wenn keine Verlängerung vereinbart werde.

Die USA haben bis jetzt noch nicht formell auf den russischen Verlängerungsvorschlag reagiert. Präsident Trump hatte sich in der Vergangenheit widersprüchlich in Bezug auf die Bedeutung einer möglichen Verlängerung geäußert. US-Beamte prüfen derzeit offenbar auch andere Optionen, etwa weiterreichende Abrüstungsgespräche, in die beispielweise auch China einbezogen werden sollte. Konkrete Schritte oder neue Verhandlungen sind bislang allerdings nicht vereinbart worden, so dass der Fortbestand verbindlicher nuklearer Abrüstungsregeln zwischen den beiden größten Atommächten unsicher bleibt.

(vatican news - cs)

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04. Februar 2026, 11:27