Das vatikanische Sportteam Athletica Vaticana Das vatikanische Sportteam Athletica Vaticana 

Papst würdigt Sport als „Areopag der Gegenwart“

Rechtzeitig zu Olympia hat Papst Leo XIV. – dem Vernehmen nach ein passionierter Tennisspieler – ein „Schreiben über die Bedeutung des Sports“ veröffentlicht.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Auf zwanzig Seiten würdigt er darin den Wert des Sports für die Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung, lobt seinen Beitrag zum Frieden auf der Welt und bezeichnet ihn als „eine Lebensschule und einen Areopag der Gegenwart“. Kritisch beschäftigt sich das Papst-Papier allerdings mit Starkult, „Gamifizierung“, Doping und Korruption im Bereich des Sports. „Es ist offensichtlich, dass Geld nötig ist, um sportliche Aktivitäten zu unterstützen… Probleme entstehen dann, wenn das Geschäft zur primären oder ausschließlichen Motivation wird.“

„Sport als eine Schule des Lebens“

Nein zu Doping und Korruption

Wie schon mehrfach wirbt Papst Leo für eine Wiederbelebung der antiken Tradition einer „Olympischen Waffenruhe“. Er betont, dass nach christlicher Auffassung „stets der Mensch im Mittelpunkt des Sports in all seinen Ausdrucksformen stehen muss, auch in denen des Wettkampf- und Profisports“. Und er fordert, dass Sport „allen Menschen zugänglich sein sollte, die ihn ausüben möchten“. Ausdrücklich erwähnt er in diesem Zusammenhang, dass das auch „bei der Ausbildung der Ordensleute, insbesondere der weiblichen“, gelte.

Von der Einhaltung von Regeln und dem Akzeptieren eigener Grenzen bei Wettkämpfen können nach Leos Dafürhalten alle Menschen etwas lernen. Was Fans betrifft, hat der Papst zwar nichts gegen „spaßige Sticheleien“, warnt aber eindringlich vor Polarisierung und Gewalt. „Dann verwandelt sich das Anfeuern von einem Ausdruck der Unterstützung und Verbundenheit in Fanatismus; das Stadion wird zum Ort der Konfrontation statt der Begegnung.“

Stadien sind keine Kathedralen...

Mit Skepsis vermerkt das Dokument aus dem Vatikan, „dass dem Sport eine fast religiöse Funktion zugeschrieben wird“ – etwa indem Stadien als „weltliche Kathedralen“ geschildert werden. Eine derartige „Sakralisierung“ spreche nicht nur dem Sport, sondern auch der „geistlichen Dimension des Lebens“ Hohn. „Wenn der Sport den Anspruch erhebt, die Religion zu ersetzen, verliert er seinen Charakter als Spiel und als Dienst am Leben, er wird absolut, alles vereinnahmend und unfähig, sich selbst zu relativieren.“

Übrigens erwähnt Papst Leo in seinem Schreiben auch den vatikanischen Sportverband Athletica Vaticana. Das 2018 gegründete Team „zeugt davon, dass Sport auch als kirchlicher Dienst verstanden werden kann, insbesondere zugunsten der Ärmsten und Schwächsten. Der Sport ist hier kein Spektakel, sondern Nähe; keine Selektion, sondern Begleitung; kein erbitterter Wettkampf, sondern ein gemeinsamer Weg“.

(vatican news)
 

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06. Februar 2026, 12:00