Papst beim Angelus Papst beim Angelus  (AFP or licensors)

Angelus mit Leo XIV.: Glauben mit „offenen Augen“

Papst Leo XIV. hat beim Angelus die Gläubigen aufgerufen, im Angesicht von Gewalt und Leid der Jetzt-Zeit ihren Glauben wachsam und „prophetisch“ zu leben. Ausgehend vom Sonntagsevangelium über die Heilung eines blind geborenen Mannes betonte er, Christus öffne die Augen für Gott und die Wirklichkeit der Welt.

Der Papst erinnerte an die Symbolik der johanneischen Erzählung. Während die Menschheit in Dunkelheit gelebt habe, habe Gott seinen Sohn als Licht gesandt. Jesus habe die Echtheit seiner Sendung bestätigt, indem er zeigte, „Blinde sehen“. Zugleich habe er von sich gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“. Jeder Mensch könne von sich behaupten, „von Geburt an blind“ zu sein, weil er aus eigener Kraft das Geheimnis des Lebens nicht in seiner Tiefe erkenne, so Leo vor den etwa 20.000 Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz.

Der Papst wandte sich gegen die verbreitete Vorstellung, Glaube sei ein „Sprung ins Ungewisse“ oder ein Denken ohne Vernunft. Das Evangelium zeige vielmehr, dass die Begegnung mit Christus die Augen öffne. Die religiösen Autoritäten hätten den geheilten Mann eindringlich befragt: „Wie sind deine Augen aufgetan worden?“ und erneut: „Wie hat er deine Augen aufgetan?“ Diese Fragen verdeutlichten, dass Glaube eine Erfahrung der Erleuchtung sei.

Glaube als Einladung, die Augen zu öffnen

Leo XIV. rief dazu auf, den Glauben mit „offenen Augen“ zu leben. Glaube sei „kein blinder Akt, kein Verzicht auf Vernunft und kein Rückzug in eine Art religiöser Gewissheit“. Er helfe, die Wirklichkeit „so zu sehen, wie Jesus sie selbst sieht, mit seinen eigenen Augen: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise“, sagte Leo mit einem Zitat aus der Zwei-Päpste Enzyklika „Lumen Fidei“ von 2013. Darum sei Glaube eine Einladung, „unsere Augen zu öffnen“, besonders für das Leid anderer und die Nöte der Welt.

„Gerade heute braucht es angesichts der vielen Fragen des menschlichen Herzens und der dramatischen Situationen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Leid, die unsere Zeit prägen, einen wachen, aufmerksamen und prophetischen Glauben", sagte Leo den Gläubigen. Ein solcher Glaube öffne die Augen für die dunklen Seiten der Welt und bringe ihr „durch den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität das Licht des Evangeliums".

(vatican news – gs)

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15. März 2026, 12:13