Der Papst und seine Gäste Der Papst und seine Gäste  (@VATICAN MEDIA)

Papst Leo XIV. würdigt benediktinisches Charisma

Papst Leo XIV. hat am Montag Vertreterinnen benediktinischer Frauengemeinschaften sowie Mönche im Vatikan empfangen. In seiner auf Italienisch gehaltenen Ansprache reflektierte er über den Wert des benediktinischen Charismas in der modernen Welt und die Rolle der Kontemplation als missionarisches Element der Kirche.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Unter Bezugnahme auf das vierte Kapitel der Regel des heiligen Benedikt erinnerte der Papst an die Notwendigkeit, „die Handlungen des eigenen Lebens ständig zu prüfen“. Er unterstrich, dass das Gebet und die betende Lesung des Wortes Gottes (Lectio divina) dabei helfen, die Wahrheit über sich selbst zu erkennen. Die Heilige Schrift solle daher stets die „Nahrung der Betrachtung und des täglichen Lebens“ sein, um eine transformierende Erfahrung zu ermöglichen.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Synodalität im Klosteralltag

Ein zentrales Thema der Ansprache war die Dimension der Gemeinschaft. Ein geistlicher Weg könne sich laut dem Papst nicht auf einen rein persönlichen Pfad reduzieren. Er verwies auf das von seinem Vorgänger Franziskus geförderte Prinzip der Synodalität, das im Kloster durch das „gemeinsame Gehen“, gegenseitiges Zuhören und gemeinschaftliche Unterscheidung praktisch werde.

„Die Klausur darf nicht als einfache Verschließung gegenüber der Außenwelt verstanden werden“, erklärte Papst Leo XIV. Vielmehr sei sie ein Instrument, um eine Liebe wachsen zu lassen, die zur Teilhabe und Hilfe bereit ist – auch zwischen verschiedenen Klöstern. In einer von Individualismus geprägten Gesellschaft stelle das monastische Leben ein Modell für das gesamte Gottesvolk dar, da Missionarsein primär eine Weise des Seins und der Beziehungsgestaltung erfordere.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Der Dienst der Fürbitte und lebenslanges Lernen

Der Papst bezeichnete die Fürbitte als Vorrecht von Herzen, die „im Einklang mit der Barmherzigkeit Gottes schlagen“. Als biblisches Vorbild nannte er die Prophetin Anna, die durch Gebet und Asche den Messias im Kind im Tempel erkannte. Diese Fähigkeit, Gottes Wirken in der Geschichte wahrzunehmen, sei ein prophetischer Dienst für das Volk.

Abschließend betonte er die Notwendigkeit der permanenten Fortbildung. Diese sei in der heutigen Zeit unerlässlich, damit das geweihte Leben seinen Dienst angemessen erfüllen könne. Jedes Kloster solle sich stetig bemühen, eine „Schule des Dienstes für den Herrn“ zu bleiben, in der Weisheit und Klugheit das gemeinsame Wachstum fördern.

Papst Leo XIV. schloss die Begegnung mit einem Dank für das „verborgene Gute“, das die Gemeinschaften durch ihr unaufhörliches Gebet für die Kirche leisten, und wünschte den Anwesenden eine gesegnete Karwoche sowie ein frohes Osterfest.

(vatican news)

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30. März 2026, 11:45