Papst in Angola: „Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg!“
Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt
„Mamā Muxima“ ist einer der meistfrequentierten christlichen Pilgerorte südlich der Sahara; ein Papst war allerdings bisher noch nie hierhergekommen. Kein Wunder also, dass der Gast aus Rom vor der Wallfahrtskirche von einer begeisterten Menschenmenge und fröhlichen Gesängen empfangen wurde. Das Heiligtum Mamā Muxima – was in der im Norden Angolas am häufigsten gesprochenen Sprache Kimbundu „Mutter des Herzens“ bedeutet – wurde im 17. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut. Fast 300 Jahre lang war dieser Ort ein Treffpunkt für Sklaven, die an die Küste gebracht wurden, um ihre Reise ohne Wiederkehr auf den amerikanischen Kontinent anzutreten. Heute finden hier jedes Jahr von August bis September nationale Wallfahrten statt, an denen Tausende von Menschen teilnehmen.
Vertreter der örtlichen Jugend und Mitglieder der Legion Mariens rezitierten in verschiedenen Sprachen die fünf Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes. Zwischendurch wurde Maria immer wieder um Fürsprache für die Menschen dieses geplagten Landes gebeten: junge Studenten, Arbeitslose und Gefangene, „die Kinder Angolas, deren Rechte oft missachtet werden, damit auch sie, wie das Jesuskind, in Gnade und Heiligkeit wachsen“, Familien und Ordensleute. Und es wurde auch darum gebetet, dass „die Muttergottes von Muxima Papst Leo XIV. ihre mütterliche Gegenwart spüren lasse, ihn in das unermessliche Licht Gottes einhülle und ihn in ihrem Unbefleckten Herzen bewahre.“
Mamā Muxima: Mutter des Herzens
„Wir befinden uns in einem Heiligtum, in dem seit Jahrhunderten so viele Männer und Frauen gebetet haben, in freudigen Momenten, aber auch in traurigen und sehr schmerzlichen Zeiten der Geschichte dieses Landes,“ stellte Papst Leo in seiner Ansprache am Ende des Rosenkranzgebets fest. „Hier setzt sich Mamā Muxima seit langem im Verborgenen dafür ein, das Herz der Kirche lebendig und pulsierend zu erhalten, ein Herz, das aus Herzen besteht: aus euren Herzen und denen so vieler Menschen, die lieben, beten, feiern, weinen.“
Den Nächsten lieben mit einem mütterlichen Herzen
Maria, die „Mutter des Herzens“, höre also allen zu, nehme alle auf und bete für alle. Die Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse lasse uns in einer Liebe wachsen, die der Liebe Marias gleiche, betonte der Papst. Und das nehme auch uns in die Pflicht, jeden Menschen mit mütterlichem Herzen zu lieben und uns für das Wohl der anderen einzusetzen, vor allem der Ärmsten.
„Eine Mutter liebt ihre Kinder, auch wenn sie sich voneinander unterscheiden, alle gleichermaßen und von ganzem Herzen,“ so Papst Leo. „Auch wir wollen vor der Mutter unseres Herzens versprechen, dasselbe zu tun, indem wir uns unermüdlich dafür einsetzen, dass es niemandem an Liebe mangelt und damit auch nicht an dem, was notwendig ist, um in Würde zu leben und glücklich zu sein: damit die Hungrigen zu essen haben, damit alle Kranken die notwendige Pflege erhalten, damit den Kindern eine angemessene Bildung garantiert wird, damit die Älteren ihre Jahre in Ruhe genießen können. An all diese Dinge denkt eine Mutter. An all diese Dinge denkt Maria, und sie lädt auch uns ein, mit ihr für andere zu sorgen.“
Der Auftrag an die jungen Menschen: Aufbau einer Welt, in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen inspirieren
Die Muttergottes bitte uns also, „wie sie Gerechtigkeit und Frieden zu stiften.“ Und dieser Auftrag richte sich besonders an die jungen Menschen.
„Auch euch vertraut die Mutter des Himmels nämlich ein großes Projekt an: das einer besseren, gastfreundlichen Welt, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt, und in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen, Strukturen und Programme zum Wohl aller immer mehr inspirieren und prägen.“
Frieden ist also kein fernes Ideal. Er wächst überall dort, wo Menschen lieben, handeln, Verantwortung füreinander übernehmen.
„Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg! Das lehrt uns das Herz Mariens, das Herz der Mutter aller. Machen wir uns also von diesem Heiligtum aus auf den Weg, als „Engel-Boten“ des Lebens, um allen die Liebkosung Mariens und den Segen Gottes zu bringen,“ so der abschließende Appell von Papst Leo beim Rosenkranzgebet in Angola.
(vaticannews – skr)
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