Leo XIV. am Ostertag: „Hoffnung in die Welt tragen“
Birgit Pottler - Vatikanstadt
Rund 60.000 Gläubige und Touristen kamen zur Messfeier auf den Petersplatz. Seit den frühen Morgenstunden zogen sie in Richtung Vatikan; mit dem Ostermorgen ist in Rom auch der Frühling eingezogen.
Fest der Weltkirche
Die Liturgie folgte der Tradition dieses höchsten Festes der Christenheit: Das Evangelium wurde auf Latein und Griechisch gesungen, die Lesungen und Fürbitten von Männern und Frauen in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Ostern im Vatikan ist das Fest für die Weltkirche.
Hoffnung und Leben stellte Papst Leo XIV. in seiner Predigt bei seinem ersten Osterfest als Papst dem Leid der Welt entgegen: „Der Tod ist für immer besiegt, der Tod hat keine Macht mehr über uns!“
Die Osterbotschaft umfasse „das Geheimnis unseres Lebens“ und – das räumt der Papst ein – „ist nicht immer leicht anzunehmen“. Denn die Macht des Todes bedrohe uns immer, innerlich wie äußerlich.
„In unserem Inneren, wenn die Last unserer Sünden uns daran hindert, die Flügel auszubreiten; wenn die Enttäuschungen oder die Einsamkeit, die wir erleben, unsere Hoffnungen zunichtemachen; wenn Sorgen oder Groll die Lebensfreude ersticken … dann kommt es uns vor, als wären wir in einen Tunnel geraten, dessen Ausgang wir nicht sehen.“
Wunden der Welt
Dem Tod begegneten wir auch in äußeren Ungerechtigkeiten, „im parteiischen Egoismus, in der Unterdrückung der Armen, in der mangelnden Aufmerksamkeit für die Schwächsten“. Papst Leo XIV. erinnerte erneut an die „Wunden der Welt“ und „den Schmerzensschrei, der von überall her aufsteigt“ – angesichts „von Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert, angesichts der Gewalt des Krieges, der tötet und zerstört“.
Das Osterfest lade hingegen zu einem Perspektivwechsel ein. In jedem Tod, den wir erleben, gebe es auch Raum für neu entstehendes Leben. Der Mensch sei „zur Fülle bestimmt, denn im auferstandenen Christus sind auch wir auferstanden“.
Leo XIV. zitierte seinen Vorgänger Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr - einen Tag vor seinem Tod - noch den Ostersonntag gefeiert hatte: Die Auferstehung Christi „gehört nicht der Vergangenheit an; sie beinhaltet eine Lebenskraft, die die Welt durchdrungen hat“. Auch wenn „es oft so scheint, als existiere Gott nicht“, in der Dunkelheit keime immer etwas Neues auf, „das früher oder später Frucht bringt“.
Licht des Lebens
Ostern sei die neue Schöpfung, und für die Menschheit beginne neues Leben, das stärker ist als der Tod. Ostern schenke ein „Lied der Hoffnung“, und Christen müssten es „in die Welt hineintragen“, „damit überall, wo noch Schatten des Todes sind, das Licht des Lebens erstrahlen kann“.
Blumenschmuck aus Holland
Zum Fest am Petersplatz gehören traditionell die Bilder tausender Blüten, kunstvoll arrangiert.
Zum 40. Mal kommt der Blumenschmuck in diesem Jahr aus den Niederlanden. 65.000 Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und viele weitere Arten. Frühling in Rom. Leben. Ostern!
(vatican news)
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