Papst an Kirche in Angola: „Ihr seid Salz und Licht dieses Landes“
Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt
Ort des Treffens mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Seelsorgern Angolas war die Pfarrei „Unsere Liebe Frau von Fatima“, die auch ein wichtiges Zentrum des Kapuzinerordens im Land ist.
Bevor der Papst das Wort ergriff, erzählten ihm ein Missionar, ein Katechet und zwei Ordensfrauen von ihrem Dienst in einem Land, in dem gesellschaftliche Spaltungen und Armut noch immer vielerorts den Alltag prägen: einem Dienst, der mit großen Schwierigkeiten verbunden ist – wie etwa dem Mangel von Transportmitteln, der Gefahr von Minenfeldern und finanzieller Unsicherheit.
Die Ansprache des Papstes
„Danke für das Werk der Evangelisierung, das in diesem Land vollbracht wurde, für die Hoffnung auf Christus, die in die Herzen des Volkes gesät wurde, für die Nächstenliebe gegenüber den Ärmsten. Danke, dass ihr beharrlich weiter zum Fortschritt dieser Nation auf dem soliden Fundament der Versöhnung und des Friedens beitragt,“ begann der Papst seine Ansprache vor Vertretern der katholischen Gemeinschaft Angolas.
Der wichtige Dienst der Katecheten
Das katholische Kirchenoberhaupt würdigte den Einsatz derer, die vor allem im Bereich des Bildungs- und Gesundheitswesen entscheidend zur Grundversorgung des Landes beitragen. Und er erinnerte auch daran, wie wichtig der Dienst der Katecheten sei, „der den katholischen Gemeinschaften überall in der Welt als Inspiration“ dienen könne.
Die jungen Menschen in den Seminaren und Ausbildungsstätten rief der Pontifex auf, mutig „Ja“ zu ihrer Berufung zu sagen und ganz auf den Herrn zu vertrauen, „der euch gesandt hat, damit ihr vom Evangelium her eine freie, versöhnte, schöne und große angolanische Gesellschaft aufbaut.“
Salz und Licht Angolas sein
Die Kirche in Angola bezeichnete Papst Leo als Gemeinschaft von Jüngern und Missionaren, die berufen sind, „Salz und Licht“ ihres Landes zu sein. Alles, was sie empfangen haben – Glaube, Berufung und Leben – sei zugleich Geschenk und Auftrag für die Welt. Entscheidend sei die Treue zu Christus, die sich in einer soliden Ausbildung, im Gebet und in einem glaubwürdigen Lebensstil zeige.
„Liebe Brüder und Schwestern, pflegt die Brüderlichkeit untereinander mit Offenheit und Transparenz, werdet nicht überheblich und selbstbezogen, löst euch nicht vom Volk, besonders nicht von den Armen, meidet das Streben nach Privilegien. Für eure Treue und damit für eure Sendung ist die priesterliche oder religiöse Familie unverzichtbar, aber ebenso unverzichtbar ist die Familie, in der wir geboren und aufgewachsen sind. Die Kirche schätzt die Institution der Familie sehr und lehrt, dass der Familienkreis der Ort der Heiligung aller ihrer Mitglieder ist,“ würdigte der Papst die Familie als einen Ort, an dem viele Berufungen entstehen und wachsen.
Der Beitrag zu Versöhnung und Frieden
Der Pontifex erinnerte auch daran, dass die Kirche in Angola weiterhin aktiv zur Versöhnung und zum Frieden beitragen müsse.
„In der Vergangenheit habt ihr Mut bewiesen, als ihr die Geißel des Krieges angeprangert und die geplagten Bevölkerungsgruppen unterstützt habt, als ihr ihnen zur Seite gestanden seid, auf- und wiederaufgebaut sowie Wege und Lösungen aufgezeigt habt, um den bewaffneten Konflikt zu beenden. Euer Beitrag ist allgemein anerkannt und geschätzt. Doch diese Aufgabe ist noch nicht beendet! Fördert also ein versöhntes Gedächtnis, indem ihr alle zur Eintracht erzieht und in eurer Mitte das heitere Zeugnis jener Brüder und Schwestern würdigt, die, nachdem sie schmerzhafte Qualen durchlebt haben, alles vergeben haben. Freut euch mit ihnen, feiert den Frieden!“
Ein heldenhaftes Glaubenszeugnis
Abschließend plädierte der Papst für „eine großzügige Kirche, die an einer ganzheitlichen Entwicklung eures Landes mitwirkt.“ Es gelte „Ungerechtigkeiten anzuprangern und Vorschläge im Sinne der christlichen Liebe zu unterbreiten“.
„Denkt also in diesem Sinne bei aufkommenden Schwierigkeiten an das heldenhafte Glaubenszeugnis der Angolaner und Angolanerinnen, der hier geborenen oder aus dem Ausland gekommenen Missionare und Missionarinnen, die den Mut hatten, ihr Leben für dieses Volk und für das Evangelium zu geben, und den Tod dem Verrat an der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Barmherzigkeit, der Liebe und dem Frieden Christi vorzogen,“ so der abschließende Rat von Papst Leo. „Möge Gott eure Hingabe und eure Mission stets segnen und reiche Früchte bringen lassen!“.
(vaticannews – skr)
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