Papst Leo weiht 4 Bischöfe: Männer des Friedens und der Einheit sein

Erstmals hat Papst Leo XIV., der auch Bischof des Bistums Rom ist, diesen Samstagabend vier Priester zu Weihbischöfen der Diözese Rom geweiht. Am historischen Bischofssitz des Papstes, der Lateranbasilika nahmen rund 2500 Menschen teil. Papst Leo XIV. gab den neuen Weihbischöfen mit, sie sollten nah bei allen Menschen sein und ihnen die Nähe Gottes verkünden, die Hoffnung unter allen wiederbeleben und Gemeinschaft, Einheit und Frieden stärken.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

„Es ist ein Fest des Volkes", erklärte Papst Leo XIV. zu Beginn seiner Predigt bei der feierlichen Messe in San Giovanni in Laterano, die gut zwei Stunden dauerte und während der er vier Priester des römischen Klerus zu Weihbischöfen weihte: Stefano Sparapani, Alessandro Zenobbi, Andrea Carlevale und Marco Valenti. Bis auf Marco Valenti, der aus Cantalupo in Sabina stammt, wurden übrigens alle in Rom geboren.

Zum Hören: Papst Leo XIV. weiht 4 Bischöfe: Männer des Friedens und der Einheit sein (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Mit dem „Veni creator Spiritus" wurde die Weiheliturgie eingeleitet. Nach der Weihebitte mit der Präsentation der Weihekandidaten folgte die Predigt des Papstes. Die neuen Weihbischöfe sprach das katholische Kirchenoberhaupt darin als „liebe Brüder" an und Leo XIV. betonte, dass sie ihm, dem Bischof von Rom, gemeinsam mit dem Kardinalvikar helfen könnten, „für das römische Volk ein Abbild des Guten Hirten zu sein und über die Nächstenliebe des ganzen heiligen Volkes Gottes, das über die Erde verstreut ist, zu wachen." Wie er sich den Dienst der neuen Weihbischhöfen wünscht, erklärte der Papst in seiner Predigt auch: „Ihr werdet Propheten in eurem Dienst sein, wenn ihr Männer des Friedens und der Einheit seid, die mit Fäden der Gnade und Barmherzigkeit die weiten und bevölkerungsreichen Räume dieser Diözese zusammenfügen, die Unterschiede in Einklang bringen, aufnehmend, zuhörend, vergebend."

Papst Leo XIV. bei der Messe mit Bischofsweihen am 2. Mai 2026 abends in der Lateranbasilika
Papst Leo XIV. bei der Messe mit Bischofsweihen am 2. Mai 2026 abends in der Lateranbasilika   (ANSA)

„Ihr werdet Propheten in eurem Dienst sein, wenn ihr Männer des Friedens und der Einheit seid, die mit Fäden der Gnade und Barmherzigkeit die weiten und bevölkerungsreichen Räume dieser Diözese zusammenfügen, die Unterschiede in Einklang bringen, aufnehmend, zuhörend, vergebend“

Allen Hoffnung verkünden und bringen

In seiner Predigt bei der feierlichen Messe erinnerte der Papst, der seit seiner ersten Rede nach der Papstwahl am  8. Mai 2025 für einen „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden" wirbt, daran dass Jesus „als unbewaffneter und entwaffnender Prophet unter uns gewandelt" sei. Er betonte zudem - in Erinnerung an seinen Vorgänger im Amt, Papst Franziskus und dessen Schreiben „Evangelii gaudium", es gelte „die materiellen und existenziellen Peripherien im Herzen zu tragen" und auch zu Menschen am Rande der Gesellschaft zu gehen, um auch ihnen zu verkünden, „dass niemand davon ausgeschlossen ist, ein aktiver Teil des heiligen Gebäudes, das die Kirche ist, und der Geschwisterlichkeit unter den Menschen zu werden."

Die Weihekandidaten warfen sich vor dem Papst auf den Boden - diese so genannte Prostratio zeigt, dass sich der Kandidat ganz in Gottes Hände begibt
Die Weihekandidaten warfen sich vor dem Papst auf den Boden - diese so genannte Prostratio zeigt, dass sich der Kandidat ganz in Gottes Hände begibt   (ANSA)

„Nun kommt ein neuer Ruf, eine weitere Berufung, die immer denselben Kern hat: Niemand, wirklich niemand darf sich als von Gott verworfen betrachten, und ihr werdet Verkünder dieser frohen Botschaft sein, die im Zentrum des Evangeliums steht“

„Als Priester habt ihr diesen Aufruf angenommen, gemeinsam mit den Pfarrgemeinden, die ihr begleitet habt. Nun kommt ein neuer Ruf, eine weitere Berufung, die immer denselben Kern hat: Niemand, wirklich niemand darf sich als von Gott verworfen betrachten, und ihr werdet Verkünder dieser frohen Botschaft sein, die im Zentrum des Evangeliums steht", gab der Bischof von Rom den neuen Weihbischöfen seines Bistums mit. 

Leo XIV. rief dazu auf, allen die neue Hoffnung, nämlich die „Hoffnung auf das Reich Gottes" zu bringen und zu verkünden, die eine „Logik der Herrschaft" umkehre und dafür Sorge, „dass die Ausgestoßenen ihre Würde wiederfinden und sich für das Reich Gottes auserwählt fühlen."

Nah bei allen sein

Papst Leo in der Lateranbasilika in Rom bei der Messe mit Weihe vier neuer Weihbischöfe des Bistums Rom
Papst Leo in der Lateranbasilika in Rom bei der Messe mit Weihe vier neuer Weihbischöfe des Bistums Rom   (ANSA)

„Lasst euch nicht suchen, sondern lasst euch finden“

Wichtig sei auch, für die Menschen verfügbar zu sein - egal, ob für Laien oder Ordensleute und Klerus: „Lasst euch nicht suchen, sondern lasst euch finden" so der Appell von Papst Leo XIV., der selbst dem Augustinerorden angehört, an die vier neuen Weihbischöfe für Rom. 

„Sorgt dafür, dass sich die Priester, Diakone, Ordensfrauen und Ordensmänner sowie die im Apostolat tätigen Laien niemals allein fühlen. Helft ihnen, in ihren verschiedenen Diensten die Hoffnung wiederzubeleben und sich als Teil ein und derselben Mission zu fühlen. Wisst immer, unermüdlich, die Menschen und Gemeinschaften zu motivieren, indem ihr sie in aller Einfachheit an die Schönheit des Evangeliums erinnert."

Bei der Messe mit Weihe vier neuer Weihbischöfe des Bistums Rom in der Lateranbasilika
Bei der Messe mit Weihe vier neuer Weihbischöfe des Bistums Rom in der Lateranbasilika   (ANSA)

„Sorgt dafür, dass sich die Priester, Diakone, Ordensfrauen und Ordensmänner sowie die im Apostolat tätigen Laien niemals allein fühlen. Helft ihnen, in ihren verschiedenen Diensten die Hoffnung wiederzubeleben und sich als Teil ein und derselben Mission zu fühlen“

Die Weihe

Nach der Papst-Predigt legten die vier Weihekandidaten ihr Versprechen ab und versicherten, dass sie bereit seien in ihrem Amt „mit der Gnade des Heiligen Geistes bis zum Tod zu dienen". Es folgte die Anrufung der Heiligen und die Weihekandidaten warfen sich vor dem Papst auf den Boden - diese so genannte Prostratio zeigt, dass sich der Kandidat ganz in Gottes Hände begibt. Dann folgte die Bischofsweihe durch Leo XIV. , der den vier Priestern, die einzeln vor ihm knieten, schweigend die Hände auflegte, danach taten dies auch die anwesenden Bischöfe. Dann sprach Papst Leo XIV. das Weihegebet. Für die neuen Weihbischöfe gab es Applaus. Sie tauschten auch mit dem Papst den Friedensgruß aus.

(vatican news - sst) 

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02. Mai 2026, 18:41