Papst Leo bei der Heilig-Jahr-Feier der Jugend in Tor Vergata (3. August 2025): Ein Herz für junge Menschen Papst Leo bei der Heilig-Jahr-Feier der Jugend in Tor Vergata (3. August 2025): Ein Herz für junge Menschen

Papst: „Gott lässt die Wünsche nicht unerfüllt, die er uns ins Herz gelegt hat“

Mit bemerkenswert offenen Worten hat Papst Leo in der Zeitschrift „Piazza San Pietro“ den Leserbrief eines kalabrischen Abiturienten beantwortet – und damit ein Zeichen für Nähe, Dialog und Menschlichkeit in schweren Zeiten gesetzt.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

„Lieber Pietro, ich habe deinen Brief mit großer Rührung gelesen. Darin erkenne ich das Herz eines jungen Menschen, der sich nicht mit dem Erreichten zufriedengibt und sein Leben ernst nimmt. Ich möchte dir zunächst etwas sagen, das vor allem anderen kommt: Du wirst von Jesus geliebt. Nicht auf abstrakte Weise, sondern ganz persönlich, so wie du heute bist: mit deinen Fragen und Träumen, deinen Ängsten und Sehnsüchten. Diese Liebe geht dir voraus und wird dich immer begleiten; sie hängt weder von den Entscheidungen ab, die du triffst, noch von den Wegen, die du einschlägst.“ Das schreibt Leo dem 18jährigen Pietro aus Reggio Calabria, der sich mit Fragen zu Glaubenszweifeln, gesellschaftlicher Spaltung und persönlicher Unsicherheit an das katholische Kirchenoberhaupt gewandt hat – Themen, die heute viele junge Menschen beschäftigen.

Was echt ist, geht nicht verloren

Bezüglich der Angst vor den Veränderungen, die die nun beginnende Studentenzeit für Pietro bringen wird, rät ihm Papst Leo, den Blick auf Jesus zu richten: „Der Herr hat echte und authentische Beziehungen erlebt, bis hin zur Erfahrung der Last der Trennung und des Verrats. Deshalb wäre Jesus der Erste, der deine Angst versteht, die Freundschaften zu verlieren, die diese Jahre geprägt haben. Für dich wird nicht alles beim Alten bleiben, aber was echt war, geht nicht verloren.“ Wahre Liebe vergehe nicht und bleibe für immer bestehen, sie reife auch dann, wenn sie ihre Form ändere.

Die Zeit ist ein geduldiger Lehrer

„Hab keine Eile, alles sofort zu verstehen. Die Zeit ist ein geduldiger Lehrer und heilt alle Wunden,“ schreibt der Papst weiter und empfiehlt „das tägliche Gebet“ und den „Austausch mit weisen Menschen“, die helfen könnten zu erkennen, welche Beziehungen man bewahren und wachsen lassen solle – und welche man loslassen könne. „Nicht alles, was endet, ist eine Niederlage: Manchmal ist es nur ein notwendiger Schritt, um zu wachsen.“

Zu Pietros Traum von einer Familie, „die auf der Liebe Christi gründet“, schreibt der Pontifex, dass dies auch für die Kirche ein kostbares Geschenk sei. „Bewahre ihn voller Zuversicht,“ so sein Rat: „Der Herr lässt die Wünsche nicht unerfüllt, die er selbst ins Herz gelegt hat.“

Abschließend vertraut der Papst den jungen Italiener „Maria an, die schon in jungen Jahren gelernt hat, zu vertrauen, obwohl sie Fragen im Herzen trug, die größer waren als sie selbst.“

(vaticannews – skr)
 

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19. Mai 2026, 14:59