Archivfoto: Die Wallfahrtskirche von Pompeji Archivfoto: Die Wallfahrtskirche von Pompeji 

Papstbesuch in Pompeji: Ein besonderes Geschenk zum ersten Jahrestag des Pontifikats

Der Erzbischof von Pompeji, Tommaso Caputo, bezeichnet den bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. als ein außerordentliches Ereignis für die Stadt und die Glaubensgemeinschaft. Am Freitag, 8. Mai, wird das Kirchenoberhaupt anlässlich des ersten Jahrestages seiner Wahl zum Nachfolger Petri in der süditalienischen Stadt erwartet. Der Besuch fällt auch auf den Gedenktag der im dortigen Heiligtum verehrten Jungfrau Maria.

Daniele Piccini und Mario Galgano - Vatikanstadt

Erzbischof Caputo erklärte gegenüber den vatikanischen Medien, dass die Gemeinde den Papst mit Dankbarkeit empfangen werde. Ziel sei es, die Gemeinschaft verstärkt als Ort des Gebets und des Friedens zu positionieren. Die Nachfrage nach einer Teilnahme an den Feierlichkeiten sei so groß, dass nicht alle Wünsche berücksichtigt werden könnten:

„Mit seinem Besuch in Pompeji zur Feier des ersten Jahrestags seines Pontifikats macht uns der Heilige Vater ein ganz besonderes Geschenk, das wir mit tiefem Dank im Herzen annehmen möchten, damit unsere Gemeinschaft immer mehr zu einem Heiligtum des Lichts, einer Schule des Gebets und einer Festung des Friedens wird.“ 

Zum Nachhören - was der Erzbischof sagt

Erzbischof Caputo ist päpstlicher Delegat für das Heiligtum der Seligen Jungfrau Maria vom Heiligen Rosenkranz in Pompeji, das Leo XIV.  am Freitag, dem 8. Mai, besucht. Im Gespräch mit uns bringt Caputo „eine begeisterte und freudige Erwartung“ zum Ausdruck. Denn es sei eine Besonderheit, dass Papst Leo XIV. den ersten Jahrestag seiner Wahl gerade in dem süditalienischen Marienwallfahrtsort verbringen wolle.

Programm und soziale Bedeutung

Der Besuch beginnt mit einer Begegnung im „Tempel der Nächstenliebe“, einer Einrichtung des Heiligtums für Kinder, Jugendliche und bedürftige Familien. Vor der zentralen Eucharistiefeier wird der Papst in der Basilika Kranke, Menschen mit Behinderungen und Senioren treffen. Die heilige Messe auf dem Platz vor dem Heiligtum beginnt um 10:30 Uhr. Im Anschluss folgt das traditionelle Bittgebet an die Muttergottes von Pompeji, ein Akt der Hingabe, den der Gründer Bartolo Longo im Jahr 1883 verfasste. Der Gastgeber sagt uns:

„Im Mittelpunkt steht die Feier der Eucharistie...“

„Der Besuch eines Papstes ist für eine Stadt immer ein historisches Ereignis, ja, ich würde sagen, ein epochales Ereignis, das stets ein ‚Vorher‘ und ein ‚Nachher‘ markiert. Jeder Augenblick wird von Bedeutung sein. Im Mittelpunkt steht die Feier der Eucharistie, die der Heilige Vater um 10.30 Uhr auf dem Platz vor dem Heiligtum leiten wird.“

Live-Übertragung

Für alle Gläubigen, die nicht vor Ort sein können: Wir werden die Messe mit dem Papst live mit deutschem Kommentar übertragen. Mehr dazu auf unserer Homepage.

Hintergrund zum Heiligtum und Bartolo Longo

Pompeji verzeichnet jährlich etwa sechs Millionen Besucher, davon mehr als zwei Millionen Pilger im Heiligtum. Ein zentraler Aspekt der päpstlichen Reise ist das Gebet an der Kapelle von Bartolo Longo. Der Gründer der modernen Stadt und des Heiligtums wurde am 19. Oktober 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen. Longo gilt als Beispiel für die christliche Umkehr und den sozialen Einsatz durch Arbeit und Bildung.

Aus gesellschaftlicher Sicht wird das Profil der Stadt Pompeji von Erzbischof Caputo wie folgt beschrieben:

„Pompeji ist eine Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern. Es ist eine sehr vielfältige Gemeinschaft und eine moderne Stadt, die direkt um das Heiligtum herum entstanden ist, aber auch eine gastfreundliche Stadt. Man denke nur an den Zustrom von etwa sechs Millionen Besuchern pro Jahr, darunter Touristen, die den archäologischen Park besuchen – einen der berühmtesten der Welt – und Pilger, über zwei Millionen, die das Heiligtum jedes Jahr empfängt.“

Erzbischof Caputo zusammen mit den Jugendlichen beim Begrüßungsfest im Centro Bartolo Longo am 28. September 2022.
Erzbischof Caputo zusammen mit den Jugendlichen beim Begrüßungsfest im Centro Bartolo Longo am 28. September 2022.

Wie im gesamten Süden Italiens mangele es nicht an sozialen Problemen, denn es gebe Schwierigkeiten, die durch prekäre und oft schlecht bezahlte Arbeit verursacht werden, so Erzbischof Caputo weiter:

„Viele junge Menschen haben Schwierigkeiten, eine feste Anstellung zu finden und eine Familie zu gründen. Schon der heilige Bartolo Longo hatte erkannt, dass gerade die Arbeit ein wesentlicher Faktor dafür ist, dass seine Schützlinge zu guten Christen und ehrlichen Bürgern werden. Aus diesem Grund haben sich unsere Einrichtungen in der Vergangenheit durch ihre berufliche Ausbildung ausgezeichnet, und auch heute noch verfolgen wir spezifische Projekte, um junge Menschen in den Arbeitsmarkt einzuführen.“

Ein Moment der Willkommensfeier im Centro Bartolo Longo.
Ein Moment der Willkommensfeier im Centro Bartolo Longo.

Der heilige Bartolo Longo ist laut Erzbischof Caputo das Beispiel eines Bekehrten, der sich in seiner Jugend von einem authentischen Glaubensleben entfernt hatte, und er sei ein Vorbild für alle Männer und Frauen unserer Zeit, denn sein Leben beweise, dass niemand von der Liebe Gottes ausgeschlossen werden könne, und „dank seines Beispiels wissen die Pilger, dass es keine Sünde und keine Finsternis gibt, die sie daran hindern könnte, wieder das Licht des Tages zu erblicken.“

(vatican news)

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05. Mai 2026, 12:41