Wortlaut: Papst Leo XIV. bei der Vereidigung der Schweizergarde

Wir dokumentieren hier die Worte des Papstes bei der Vereidigung der neuen Schweizergardisten an diesem Mittwoch im Vatikan im vollen Wortlaut und in der offizieller Übersetzung auf Deutsch. Im unteren Teil finden Sie die Ansprache des Kommandanten Christoph Graf in einer offiziellen Übersetzung der Schweizergarde.

Weitere Wortmeldungen der Päpste in den verschiedenen offiziellen Übersetzungen und im Original finden Sie auf vatican.va.


Am Ende dieser schönen und bewegenden Zeremonie möchte ich Sie alle herzlich grüßen, angefangen beim Herrn Bundespräsidenten und den anderen Vertretern aus dem zivilen und militärischen Bereich.

Mit Zuneigung und Dankbarkeit grüße ich die Angehörigen der Schweizergardisten – vielen Dank für Ihr Kommen!

Euch, liebe junge Männer, die ihr den Eid abgelegt habt, spreche ich meine Achtung und Dankbarkeit aus. Diese Geste, die ihr vollzogen habt, zeugt von einer Treueverpflichtung, die beseelt ist von jugendlicher Begeisterung und die auf dem Glauben an Gott und der Liebe zur Kirche gründet. Ich stelle sie unter den Schutz der Jungfrau Maria, ebenso wie den gesamten wertvollen Dienst der Päpstlichen Schweizergarde.

Auguro a tutti una buona serata e buona festa!!

Einen schönen Abend und ein schönes Fest!

Passez une bonne soirée et une bonne fête !

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Hier die Ansprache des Kommandannten Christoph Graf anlässlich der Vereidigung im Wortlaut und einer einer offiziellen Übersetzung (Original auf Italienisch):

 

Heiliger Vater,


es ist uns eine ausserordentliche Ehre und eine grosse Freude, Sie heute in unserer Mitte zu wissen. Ihre Anwesenheit bei dieser feierlichen Vereidigung ist ein wertvolles Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit gegenüber diesen jungen Gardisten und für den Dienst ihrer Garde. Vielen herzlichen Dank.

Ich begrüsse ebenso herzlich die anwesenden Vertreter und Autoritäten aus Kirche, Politik, Gesellschaft, Militär und Wirtschaft; die Vertreter des Gastkantons Thurgau sowie die Gäste der Stiftungen der Päpstlichen Schweizergarde.

Mit Ihrer Teilnahme ehren Sie nicht nur die über 500-jährige Treue der Päpstlichen Schweizergarde im Dienst des Heiligen Vaters, sondern festigen auch die wertvolle Freundschaft mit unserem Korps.

Ein ganz besonderer Gruss gilt heute jedoch den Familien:
Liebe Eltern, liebe Geschwister unserer neuen Gardisten – Sie haben diese jungen Männer geprägt und sie ziehen lassen, damit sie hier im Herzen der Kirche ihren Dienst antreten können. Ohne Ihre Unterstützung wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Ebenso willkommen heisse ich die Familien der aktiven Gardisten, unsere geschätzten Ex-Gardisten, die der Garde ein Leben lang verbunden bleiben, sowie alle Freunde und Freundinnen der Päpstlichen Schweizergarde.

Der Auftrag der Päpstlichen Schweizergarde steht ganz im Zeichen des Dienens. «Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen».

Liebe Gardisten, ihr habt euren Dienst bereits aufgenommen, und wenn ihr heute den Eid ablegt, bestätigt ihr eure Bereitschaft, diesen Dienst bewusst und verbindlich zu leben.

Viele Berufe und Aufgaben tragen das Wort „Dienst“ in sich – etwa in Politik, Kirche oder im sozialen Bereich. Doch wurde diese Bezeichnung nicht mehr oder weniger zu einer Worthülse?

In unserer Gesellschaft wird „Dienen“ häufig kritisch gesehen. Manche empfinden es als Hindernis für die persönliche Selbstverwirklichung oder nicht selten sogar mit etwas Niedrigem oder Erniedrigendem gleichgesetzt.

Doch geschätzte Gardisten, werte Gäste, gehört es nicht eigentlich zum Kern unseres Menschseins, für andere da zu sein? Wir alle stehen die meiste Zeit unseres Lebens im Dienst – sei es für unsere Mitmenschen, für die Gemeinschaft und vor Gott. Das ist keine Last, sondern eine Chance: Erst indem wir unsere Talente für andere einsetzen, entfalten wir uns wirklich. Wer dient, findet den Schlüssel zu echter Erfüllung.

Dafür bietet uns der Glaube unzählige leuchtende Vorbilder: allen voran Christus, der sagt: «ich bin nicht gekommen, mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen»! Das ist die Grundlage unseres Dienstverständnisses als Menschen und Christen. Es gehört existentiell zu unserem menschlichen Selbstverständnis.

Das Bewusstsein, mit seinem ganzen Sein «im Dienst zu stehen», schützt uns vor jeder Form von Überheblichkeit und vor jedem egoistischen Missbrauch der persönlichen Stellung, denn wer dient, weiss, dass er nicht über jenen steht, denen er dient.

Werte Gardisten, euer «im Dienst-Sein» bekommt während der Zeit in der Garde eine besondere Bedeutung: nämlich den Heiligen Vater «mit ganzer Kraft» zu unterstützen, sich für ihn in Wort und Tat einzusetzen und jede Hilfestellung zu bieten, die seinen Schutz gewährleistet, damit er seinen Dienst als Nachfolger des Apostels Petrus erfüllen kann.

Für eure Dienstbereitschaft danke ich euch allen herzlichst! Möge dieser Dienst jeden von euch in der Entfaltung seiner Persönlichkeit voranbringen und helfen, eure Berufung immer besser zu entdecken und zu leben!

(vatican news - mg)

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06. Mai 2026, 18:08