Papst in Pompeji: „Männer und Frauen des Gebets sein“
Papst Leo ist an diesem Freitag auf einer eintägigen Pastoralreise in Süditalien, die ihn nach Pompeji und Neapel führt. Offizieller Anlass der Reise ist der Gedenktag der Madonna vom Rosenkranz, die im Marienheiligtum von Pompeji verehrt wird.
Erster Programmpunkt des Papstreise war am Freitagmorgen eine Begegnung mit Vertretern der lokalen Sozialarbeit „Tempio della Carità“ und mit Bedürftigen in Pompeji. Die mit dem dortigen Heiligtum verbundenen Sozialeinrichtungen gehen auf den italienischen Heiligen Bartolo Longo (1841-1926) zurück.
Gebet und tätige Nächstenliebe
In seinem Grußwort hob Papst Leo die Kraft des Rosenkranzgebetes hervor und rief dazu auf, tätige Nächstenliebe zu pflegen. Die Gläubigen rief er dazu auf, „Männer und Frauen des Gebetes zu sein“ und „mit Taten und Worten die Flammen der Liebe zu nähren, die der heilige Bartolo entzündet hat“.
Den Begründer der Wallfahrtsstätte von Pompeji, in der die Madonna vom Rosenkranz verehrt wird, hatte der Papst selbst im vergangenen Oktober heiliggesprochen. Der katholische Dominikaner Bartolo Longo hatte die dortige Kirche ab 1873 restaurieren lassen und ein Marien-Andachtsbild aus Neapel dorthin gebracht. Heute ist der Marienwallfahrtsort Magnet für Pilger aus der ganzen Welt.
Liebe bewegt zum Guten
Bartolo Longo habe das Tal von Pompeji als „Ort der Liebe und Nächstenliebe“ beschrieben, so Papst Leo. Als er herkam, habe er zunächst große Armut unter den Bauern, Malaria und Kriminalität vorgefunden. Der gläubige Ordensmann habe in jedem Menschen das Antlitz Christi gesehen, betonte der Papst, „besonders in Waisen und Häftlingskindern“.
„Denjenigen, die ihm prophezeiten, seine jungen Leute seien dem gleichen Schicksal wie ihre Eltern geweiht, entgegnete er, Liebe könne selbst die schwierigsten Kinder zum Guten bewegen, und dass in jedem Lebensbereich nur die Nächstenliebe sichere, große und endgültige Siege garantiert. Er sollte Recht behalten und bewies es, indem er diesen Ort mit Glauben und Hingabe zu einem weltbekannten Zentrum christlichen Lebens und Marienverehrung machte.“
Jungen Leuten empfahl der Papst, sich von Erziehern und Eltern liebevoll anleiten zu lassen und auf Jesus zu vertrauen. „Lasst euch von der Freude, die von seinen Worten und seinem Beispiel ausgeht, berühren und bewegen und verkündet sie allen. Unsere Welt braucht sie so sehr, und ihr, die ihr sie gut kennt, könnt mit eurer Frische die überzeugendsten Zeugen sein.“
Papst würdigt lokale Sozialarbeit
Der von Longo geförderte Geist christlicher Nächstenliebe sei in den Einrichtungen des „Tempio della Carità“ bis heute spürbar, so Leo XIV. Glaube und Nächstenliebe gingen dabei eine fruchtbare Verbindung ein, würdigte er die aktive katholische Sozialarbeit.
„Das Gebet nährt die Gastfreundschaft, die Zuneigung, den Dienst und das großzügige Engagement so vieler in den Bildungszentren, den Familienhäusern und der nach Papst Franziskus benannten Suppenküche. Und die Liebe wirkt Wunder, die alle Anstrengung und Erwartung übertreffen: in den Gliedern der Leidenden und, noch viel mehr, in ihren Seelen.“
Bei der Begegnung in Pompeji berichteten mehrere Menschen dem Papst über persönliche Notlagen und die Unterstützung, die sie in der katholischen Gemeinde von Pompeji und den verbundenen Sozialeinrichtungen erfuhren.
Persönliche Notlagen und Beispiele der Solidarität
Eine junge Mutter, deren Tochter aufgrund persönlicher Probleme bei den Großeltern aufwächst, erzählte von ihrem Weg hin zu mehr Stabilität und Selbständigkeit als Mutter. Ein Paar, das keine Kinder bekommen kann, berichtete über die Adoption zweier schwer behinderter Kinder. Eine polnische Einwanderin, die in Italien als Putzkraft arbeitete, wegen Krankheit ihre Arbeit verlor und als Obdachlose auf der Straße landete, erzählte von der Hilfe und Solidarität der katholischen Gemeinde in Pompeji, die ihr in ein neues Leben verhalf.
Neapel am Nachmittag
Nach dem Besuch in Pompeji steht am Nachmittag auch Neapel auf dem päpstlichen Reiseprogramm. Die süditalienische Region Kampanien ist für ihre Kultur und Volksfrömmigkeit, aber auch für soziale Probleme und hohe Kriminalität bekannt.
(vatican news – pr)
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