Leo XIV. vergleicht Glaubensweg mit einer Pilgerschaft in der Nacht
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Pontifex zog Parallelen zwischen dem nächtlichen Suchen der Gläubigen und den fundamentalen Sehnsüchten der Menschheit nach Wahrheit, Liebe und einem tragfähigen Sinn im Leben.
Der Mensch bewege sich, ähnlich wie Nikodemus, als Pilger in der Nacht. Alle täglichen Erfahrungen – seien es Freuden, Niederlagen, Hoffnungen oder Pläne – seien Ausdruck einer kontinuierlichen Suche. Der Mensch verhalte sich wie ein Bettler um Liebe und verspüre einen Hunger und Durst nach einer Wahrheit, die dabei helfe, das Geheimnis des eigenen Lebens zu verstehen. Auf diesem Weg des langsamen Vorantastens in kleinen Schritten sei jeder Einzelne aufgerufen, sich mit dem Halbschatten des eigenen Daseins zu konfrontieren. Es fehle den Menschen oft die ganze Wahrheit; sie würden weder das Geheimnis ihrer selbst in der gesamten Tiefe kennen noch das wahre Gesicht der anderen, und es gelinge ihnen nicht immer, die verborgene Realität der Ereignisse um sie herum vollständig zu begreifen.
Glaubensweg und menschliches Dasein
Gleichzeitig verdeutlichte der Papst, dass der Glaubensweg kein Pfad sei, der getrennt und parallel zum menschlichen Dasein verlaufe. Vielmehr seien diese beiden Wege stets unauflöslich miteinander verflochten. Durch das Geschenk des Gottessohnes, der sich für immer mit den Menschen vereint habe, lebe die Menschheit in der Gegenwart Gottes und sei in dessen ewiger Umarmung geborgen. Alles Denken und Handeln entfalte sich im Licht eines neuen Tages. Dennoch räumte Leo XIV. ein, dass auch Gläubige Phasen der Finsternis durchleben, in denen sie die Nacht des Glaubens, Schwierigkeiten zu glauben, die Erschöpfung des Geistes sowie Gefühle der Isolation erfahren.
Die Predigt war teil einer knapp zweistündigen Feier am ersten Abend des Papstes in Barcelona. Junge Menschen hatten zuvor von Berufungs- und Negativerfahrungen ihres Lebens berichtet. Dabei war auch von Depressionen und Gewalt in der Familie die Rede.
33 Ambulanzen für die Ukraine
Kurz vor dem Abendgebet im Olympiastadion von Barcelona segnete Papst Leo XIV. einen „Ukraine-Friedenskonvoi“ der Ordensfrau Lucía Caram (59). Insgesamt 33 Krankenwagen sollten in den nächsten Tagen in das Land aufbrechen, das zu diesem Zeitpunkt seit über vier Jahren im Krieg mit dem Aggressor Russland lebte. Überführt wurden unter anderem Krankenwagen und Hilfsgüter.
„Für uns ist der Segen des Papstes eine sehr wichtige Unterstützung für den Frieden und trägt dazu bei, die dramatische Lage in der Ukraine wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, hatte Caram der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gesagt.
(vatican news/kna)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..
