Der Bischof von Pavia, Corrado Sanguineti Der Bischof von Pavia, Corrado Sanguineti 

Papst Leo XIV. besucht Pavia: Zu Ehren des Kirchenvaters Augustinus

Am Samstag, dem 20. Juni 2026, besucht Papst Leo XIV. die norditalienische Stadt Pavia. Es handelt sich um den dritten päpstlichen Besuch in der jüngeren Geschichte der Diözese nach den Visiten von Johannes Paul II. im Jahr 1984 und Benedikt XVI. im Jahr 2007. Der amtierende Papst, der selbst dem Orden der Augustiner-Eremiten angehört, reist insbesondere an, um die Gebeine des Kirchenvaters Augustinus von Hippo zu verehren, die in der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro aufbewahrt werden.

Tiziana Campisi und Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Pastoralbesuch in Pavia und die anschließenden Station Sant'Angelo Lodigiano wird am Samstag ab 15.00 Uhr von uns live und mit deutscher Übersetzung übertragen.

Das Bistum Pavia hat sich im Vorfeld durch Gebete, theologische Gesprächsabende und liturgische Initiativen auf das Ereignis vorbereitet. Der Bischof der Diözese, Corrado Sanguineti, erklärte in einem Hirtenbrief, dass der Besuch als Impuls für das kirchliche Leben und die Stadtgesellschaft verstanden werde. Pavia zeichne sich durch seine Tradition als Universitätsstadt und als Standort medizinischer Einrichtungen aus.

Zum Nachhören - was der Bischof sagt

Das offizielle Programm

Das offizielle Programm sieht nach der Landung des Hubschraubers mehrere Stationen vor. Der Pontifex besucht zunächst das Nationale Zentrum für Onkologische Hadrotherapie (CNAO) und begibt sich anschließend in die Augustinerbasilika. Nach einem Aufenthalt am Dom, bei dem Begegnungen mit Kindern und der lokalen südamerikanischen Gemeinschaft vorgesehen sind, folgt eine Zusammenkunft mit der Bevölkerung auf der Piazza della Vittoria. Der Abschluss der Reise führt den Papst in die Gemeinde Sant’Angelo Lodigiano.

Bischof Sanguineti betonte in einem Interview mit den Vatikan-Medien die bleibende Relevanz des heiligen Augustinus für die Gegenwart:

„Wir waren überrascht, wie schnell der Papst sich entschlossen hat, nach Pavia zu kommen. Das ist ein Geschenk an die Kirche und an die Stadt Pavia, denn der Papst kommt als Pilger zum heiligen Augustinus, aber er kommt auch, um unsere Kirche und unsere Stadt zu besuchen.“

Die biographische Suche und die existentiellen Fragen des spätantiken Denkers wiesen Parallelen zur Lebenswelt heutiger Studierender auf. Die lokale Jugendpastoral konzentriere sich daher stark auf den universitären Raum, unter anderem durch die Bereitstellung von Lern- und Begegnungsräume im Seminar und in ehemaligen Pfarrheimen sowie durch spezifische Sonntagsgottesdienste. Der Bischof erläutert weitere Details zum Papstbesuch:

„In den vergangenen Wochen haben wir versucht, uns durch Gebete vorzubereiten und im Gebet unser Herz auf diese Begegnung einzustimmen, wobei wir auch einige Momente der Besinnung erlebt haben. Der Papst ist im Licht des Glaubens der Nachfolger Petri, der kommt, um uns im Glauben zu bestärken, uns zu unterstützen und uns im Zeugnis für das Evangelium zu ermutigen, aber er ist auch eine Persönlichkeit, die eine von allen anerkannte Autorität besitzt.“

Hintergrund

Seit der Wahl Leos XIV. ist laut Angaben der betreuenden Augustiner-Patres die Zahl der Besucher und Pilger an der Grabstätte des Heiligen spürbar angestiegen. Die Diözese habe die Lehren des Augustinus bereits seit längerer Zeit als Grundlage für pastorale Schreiben und zur Vorbereitung auf das vergangene Heilige Jahr verwendet, so Sanguineti. Er äußerte die Erwartung, dass der päpstliche Besuch das Bewusstsein für die christliche Tradition der Stadt stärken und neue Impulse für das soziale und kulturelle Zusammenleben im säkularen Kontext liefern werde.

(vatican news)

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18. Juni 2026, 09:30