Leo XIV. beim Besuch in einem Altersheim während seiner Türkei-Reise vom Herbst 2025 Leo XIV. beim Besuch in einem Altersheim während seiner Türkei-Reise vom Herbst 2025  (@Vatican Media)

Papst Leo: Besucht eure Großeltern!

Leo XIV. ruft dazu auf, die Einsamkeit von älteren Menschen zu lindern. Das schreibt er in einer Botschaft zum Welttag der Großeltern und älteren Menschen, der am 26. Juli begangen wird.

Er bitte „alle, insbesondere für die Jüngeren, ihre Großeltern, die älteren Familienmitglieder und auch diejenigen zu besuchen, die keinen Besuch erhalten“, so Leo XIV. in dem Schreiben. Über dem Leben vieler Senioren scheine „ein Schleier zu liegen, der ihre Gesichtszüge verschwimmen lässt“, bedauert der 70-jährige Papst in der an diesem Montag publizierten Botschaft. In manchen Pflegeeinrichtungen bestehe die Gefahr, „dass die Einzigartigkeit des Menschen sich auf die Nummer seines Bettes oder sein Krankheitsbild reduziert“. Dem solle man mit Besuchen nach Kräften entgegenwirken.

„Ich aber werde dich niemals vergessen“ (Jes 49,15)

Das diesjährige Motto des Welttags stammt aus dem Buch Jesaja und lautet „Ich aber werde dich niemals vergessen“ (Jes 49,15). Gottes Liebe, „die niemanden vergisst“, sei eine „Antwort auf die Anonymität, in der das menschliche Leben allzu oft verloren geht“, schreibt Papst Leo. Er kritisiert, dass man Senioren oft „als Last empfindet“ und dass „eine gewinnorientierte Wirtschaft die familiären Bindungen schwächt“. Ältere Menschen ruft Leo dazu auf, „zu entdecken, dass wir von Gott mit einer unvergänglichen Liebe beschenkt sind“. „Auch wenn uns dieser Gedanke ungewohnt erscheinen mag, so ist es doch wahr, dass wir auch im Alter nicht aufhören, Söhne und Töchter zu sein, und so bleibt die Einladung, in die Arme Gottes zurückzukehren, dessen Liebe zugleich väterlich und mütterlich ist, jeden Tag gültig.“

„Gerade die Gebrechlichkeit birgt ein neues Potenzial“

Senioren sollten sich der Gebrechlichkeit nicht schämen. „Gerade diese Schwäche birgt ein neues Potenzial, das auch die anderen Lebensabschnitte erhellt. Denn wenn sie angenommen und anerkannt wird, macht die Gebrechlichkeit das Herz offen für gegenseitige Unterstützung und für die Anrufung Gottes“. Wörtlich schreibt der Papst: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen.“ Der Papst bittet alle, die seine Botschaft lesen, „mit mir beständig um einen baldigen Frieden in der ganzen Welt zu beten“.

(vatican news)

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15. Juni 2026, 13:26