Papst an US-Jugend-Glaubenstreffen: Gottes Frieden entdecken

Wahre Freude und wahrer Friede sind nicht in Sozialen Netzwerken, Drogen, oberflächlichen Beziehungen oder in Reichtum, Schönheit oder Gesundheit zu finden, sondern im Glauben. Das hat Papst Leo XIV. jungen Menschen in den USA in einer Videobotschaft gesagt.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

„Wahrer Frieden und vollkommene Freude sind Gaben Gottes, die uns zuteilwerden, wenn wir uns ihm öffnen und auf seine Kraft vertrauen, uns zu verwandeln", so das katholische Kirchenoberhaupt wörtlich.

Papst Leo XIV. richtete seine Grüße an ein großes Glaubenstreffen für junge Menschen in den USA, die Steubenville Youth Conference, die dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Bei der dreitägigen Jugendkonferenz gibt es an mehreren Orten im Land Vorträge sowie Gelegenheit zum Gebet, zur Anbetung und zur Beichte, gemeinsam mit hunderten von jungen Katholiken. Organisator ist die Franziskanische Uni Steubenville (Franciscan University of Steubenville). In seiner Videobotschaft an die jungen Katholiken in den USA erinnert Papst Leo daher auch an den heiligen Franz von Assisi.

Zum Hören: Papst Leo XIV. an ein großes Glaubenstreffen für junge Menschen in den USA (Steubenville Youth Conference): Gottes Liebe entdecken (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

„Ich glaube, er könnte uns über viele Dinge erzählen, vor allem aber über den wahren Frieden und die vollkommene Freude, denn diese Themen waren ein wichtiger Teil seines Lebens. Hättet ihr den heiligen Franziskus im 13. Jahrhundert auf den Straßen von Assisi getroffen, hätte er euch vielleicht mit einem heiteren und liebevollen Lächeln angesehen und gesagt: ,Pace e bene`, das heißt ,Friede und alles Gute`", erinnerte Leo XIV. an den bekannten Gruß des Heiligen. Ausgehend davon könne sich jeder selbst auch kritisch fragen: „Wünsche ich den Menschen, mit denen ich in Kontakt komme, wahren Frieden? Behandle ich andere so, dass ich ihnen Frieden schenke?", regte der Papst zum Nachdenken an.

„Wünsche ich den Menschen, mit denen ich in Kontakt komme, wahren Frieden? Behandle ich andere so, dass ich ihnen Frieden schenke?“

Wahrer Friede: Ein Geschenk Gottes

Freilich, stets fröhlich und freundlich zu allen zu sein, sei nicht leicht, besonders in schwierigen Situationen, erklärte Leo: „Manchmal kann unser Verhalten – selbst gegenüber denen, die wir am meisten lieben – eher Frustration und Konflikte als Frieden hervorrufen." Der Heilige Franziskus sei aber nicht aus sich selbst heraus so fröhlich und Frieden stiftend gewesen: 

„Ich habe oft wiederholt, dass der Friede ein Geschenk Gottes ist, ein Geschenk, das wir empfangen, wenn wir den Herrn in unser Herz einladen. Wir sind dann aufgerufen, Werkzeuge seines Friedens zu werden und ihn in unseren Familien, unseren Gemeinschaften, unseren Ländern und in der ganzen Welt zu verbreiten", lancierte Leo einen Appell, selbst zum Frieden beizutragen und den Glauben und die Freude des Glaubens zu verbreiten. 

„Ich habe oft wiederholt, dass der Friede ein Geschenk Gottes ist, ein Geschenk, das wir empfangen, wenn wir den Herrn in unser Herz einladen. Wir sind dann aufgerufen, Werkzeuge seines Friedens zu werden und ihn in unseren Familien, unseren Gemeinschaften, unseren Ländern und in der ganzen Welt zu verbreiten“

Wahre Freude: Ein Geschenk Gottes

Wahrer Friede und wahre Freude ließen sich in der Begegnung mit Gott finden, so der Papst weiter. Er lud daher auch alle ein, die Momente der Stille während der Steubenville Youth Conference zu nutzen, „um den Frieden Christi zu entdecken". Mit Blick auf wahre Freude betonte Leo XIV.:

„Die Freude, von der der heilige Franziskus sprach, lässt sich nicht durch elektronische Geräte finden, indem man stundenlang vor einem Bildschirm sitzt oder jeden Tag endlos durch die sozialen Medien scrollt. Diese Aktivitäten verschwenden oft wertvolle Zeit, die man für Momente des stillen Gebets, für den Aufbau echter Freundschaften, für gemeinsame Zeit mit der Familie, dafür, mehr über unseren Glauben zu erfahren, zum Lernen oder für sportliche Aktivitäten nutzen könnte."

Das katholische Kirchenoberhaupt mahnte zudem, Freude nicht in Drogenkonsum, Alkoholmissbrauch, Promiskuität, oberflächlichen Beziehungen oder der „Besessenheit vom eigenen Image" oder sonstigem „schädlichem Verhalten" zu suchen. Wahre Freude verschafften auch nicht Dinge wie „Reichtum, Schönheit, Ruhm oder gar Gesundheit" - „denn eines Tages werden wir all dies hinter uns lassen", gab der Papst zu bedenken. 

„Nur die Liebe Gottes kann uns wahre und vollkommene Freude schenken. Wenn wir die tiefe Überzeugung haben, dass Gott sich um uns als seine geliebten Kinder kümmert, werden wir auch in schwierigen Situationen nicht aus der Fassung geraten oder den Mut verlieren“

„Nur die Liebe Gottes kann uns wahre und vollkommene Freude schenken. Wenn wir die tiefe Überzeugung haben, dass Gott sich um uns als seine geliebten Kinder kümmert, werden wir auch in schwierigen Situationen nicht aus der Fassung geraten oder den Mut verlieren."

Leo XIV. betonte die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen und lud dazu ein, darauf zu vertrauen und Gott im Gebet und in den Sakramenten zu begegnen. 

Heute braucht der Herr Missionare

„Wahrer Friede und vollkommene Freude sind Gaben Gottes, die uns zuteilwerden, wenn wir uns ihm öffnen und auf seine Kraft vertrauen, uns zu verwandeln“

„Das ist das Geheimnis, um schwierigen Umständen mit einem Lächeln begegnen zu können. Öffnet eure Herzen, um diese Wahrheit zu entdecken. Die Botschaft des heiligen Franziskus – und auch meine – ist also ganz einfach: Wahrer Friede und vollkommene Freude sind Gaben Gottes, die uns zuteilwerden, wenn wir uns ihm öffnen und auf seine Kraft vertrauen, uns zu verwandeln."

Als „Gegenleistung für diese große Liebe" gelte es, sich selbst ganz in die Hände Gottes zu legen. Der Papst rief die jungen Leute in diesem Zuammenhang konkret dazu auf, über ihre eigene Berufung nachzudenken: 

„Wenn du das Gefühl hast, dass der Herr dich zu einer dieser Berufungen ruft, verschließe dich nicht und wende dich nicht aus Angst ab, sondern mache einen Schritt nach vorne und sage zum Herrn: ,Hier bin ich, sende mich!“

„Heute braucht der Herr Missionare, um sein Wort unter denen zu verbreiten, die ihn noch nicht kennen; fromme Männer und Frauen, um liebevolle katholische Familien zu gründen; Priester, die als geistliche Väter und Spender der Sakramente wirken; sowie Ordensmänner und -frauen, die Zeugen der wahren Freude seines Reiches sind. Wenn du das Gefühl hast, dass der Herr dich zu einer dieser Berufungen ruft, verschließe dich nicht und wende dich nicht aus Angst ab, sondern mache einen Schritt nach vorne und sage zum Herrn: ,Hier bin ich, sende mich!´". Der Papst riet auch dazu, über Berufungsgedanken, -Gefühle und -Fragen mit Vertrauenspersonen zu sprechen - etwa mit guten Freunden, Priestern oder Ordensleuten. 

(vatican news - sst) 

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20. Juni 2026, 10:49