Sitz des IOR - Opere delle Religioni, vulgo Vatikanbank Sitz des IOR - Opere delle Religioni, vulgo Vatikanbank 

Kardinal Schönborn gibt Vatikanbank-Vorsitz ab

Der italienische Kardinal Giuseppe Petrocchi hat den Vorsitz der Kardinalskommission des Instituts für die Werke der Religion (IOR) übernommen. Er löst Kardinal Christoph Schönborn ab, der mit 81 Jahren aus dem Amt ausscheidet. Das teilte die Kardinalskommission an diesem Montag, 2. Februar im Vatikan mit.

Schönborn hatte die Kommission zwölf Jahre lang geleitet. Seine Erfahrung habe eine „solide und kohärente Führung im Einklang mit der Mission des Instituts“ ermöglicht, so die Kardinalskommission.

Schönborn selbst äußerte zum Abschied seinen Dank an Papst Franziskus „für seine wertvolle, beständige und erleuchtete Unterstützung während des langen und anspruchsvollen Reformprozesses des IOR zum Ausdruck bringen“, zitiert die Aussendung den österreichischen Kardinal. Er dankte auch dem Generaldirektor Gian Franco Mammì und dem Aufsichtsrat unter der Leitung seines Präsidenten Jean-Baptiste de Franssu. Die Umgestaltung des Instituts unter dem französischen Finanzfachmann in den vergangenen Jahren habe „innerhalb der internationalen Finanzgemeinschaft große Anerkennung und Wertschätzung gefunden“, so Schönborn.

Weisheit, Urteilsvermögen, Nächstenliebe

Franssu seinerseits würdigte Schönborns „Weisheit, sein Urteilsvermögen und seine evangelische Nächstenliebe“, die Reformen des vatikanischen Geldinstituts vorangebracht hätten. Die Zusammenarbeit mit der Kardinalskommission werde fortgesetzt, „damit das IOR eine Referenzinstitution für die katholische Welt bleibt“.

Kardinal Petrocchi
Kardinal Petrocchi

Der neue IOR-Präsident Kardinal Petrocchi gehört der Kommission seit 2020 an. Der emeritierte Erzbischof von L’Aquila leitete zuletzt die zweite päpstliche Frauendiakonats-Kommission. Er ist Mitglied des vatikanischen Wirtschaftsrates sowie des Dikasteriums für den Klerus.

Petrocchi erklärte zu seiner neuen Aufgabe: „Im Laufe dieser Jahre war ich direkter Zeuge der wichtigen Entwicklungen, die das Institut im Dienst des Heiligen Vaters und der Universalkirche verwirklicht hat.“ Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat werde der eingeschlagene Weg fortgesetzt, „im Zeichen einer kontinuierlichen Verbesserung und synergetischer Zusammenarbeit, unter voller Achtung der katholischen Ethik sowie der Prinzipien von Transparenz und Mitverantwortung“.

Neu in der Kardinalskommission ist Kardinal Ángel Fernández Artime. Papst Leo XIV. berief den spanischen Ordensgeistlichen am 20. Januar in das Gremium. Artime nahm nun erstmals an einer Sitzung der Kommission teil.

Das IOR ist die einzige Einrichtung im Staat der Vatikanstadt, die professionelle Finanzdienstleistungen erbringen darf. Es verwaltet Vermögenswerte in Übereinstimmung mit der Soziallehre der katholischen Kirche und betreut nach eigenen Angaben mehr als 12.000 kirchliche Kunden in über 110 Ländern.

(vatican news – gs)

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02. Februar 2026, 15:08