Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962 - sieht historisch aus, ist aber top-aktuell Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962 - sieht historisch aus, ist aber top-aktuell   (Archivio Fotografico Vatican Media)

Kurienerzbischof: Mangelnde Umkehr ist Kernproblem

Der vatikanische Kurienerzbischof Filippo Iannone hat die Aktualität des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) betont. Die Konzilsdokumente seien keineswegs überholt, sondern zeigten bei erneuter Lektüre ihre bleibende Relevanz.

Das schreibt Iannone, der die Vatikanbehörde für Bischöfe leitet, in seiner weiteren Eigenschaft als Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika mit einer Botschaft zum bevorstehenden Tag der Hispanität am 1. März.

Sehr wahrscheinlich sei der Mangel an Umkehr die Hauptursache dafür, dass es noch immer Themen gebe, die einer tieferen und gemeinschaftlichen Aneignung bedürfen, so der Kurienerzbischof. Dies gelte vor allem für die Synodalität.

„Einem flüchtigen Betrachter mag es leicht erscheinen, als seien die Dokumente dieses Konzils von den veränderten Realitäten der Welt und der Kirche überholt worden. Doch bei erneuter Lektüre überrascht uns nicht nur die Aktualität ihrer Lehren, sondern auch die Erkenntnis, dass unser Mangel an Umkehr womöglich der Hauptgrund dafür ist, dass es noch immer Fragen gibt, die einer tieferen persönlichen und gemeinschaftlichen Reflexion bedürfen.“

Der von Papst Franziskus (2013-2025) angestoßene synodale Erneuerungsprozess sei Ausdruck der Treue zum Evangelium und zur Lehre von der Kirche der Konzils-Konstitution „Lumen gentium“. Er werde von Papst Leo XIV. fortgeführt, so Iannone. Im Mittelpunkt stehe dabei ein dynamisches Verständnis der Kirche als Volk Gottes auf dem Weg durch die Geschichte sowie die Vertiefung der gemeinsamen Taufidentität.

(pm/kap – pr)
 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

23. Februar 2026, 14:42