Guglielmo Marconi (stehend, links) mit Papst Pius XI. bei der Einweihung von Radio Vatikan Guglielmo Marconi (stehend, links) mit Papst Pius XI. bei der Einweihung von Radio Vatikan  Leitartikel

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Radio Vatikan: 95 Jahre im Dienst des Papstes

Am 12. Februar 1931 ging der Wissenschaftler Guglielmo Marconi als Erster über die Mikrofone von Radio Vatikan auf Sendung. Papst Pius XI. hatte ihm den Auftrag gegeben, dieses bewundernswerte Kommunikationsmittel zu entwerfen und aufzubauen. Heute setzt der Radiosender des Papstes seine Mission fort: die Botschaft des Evangeliums, die Stimme des Bischofs von Rom und die Lehre des Papstes in die ganze Welt zu tragen, Gemeinschaften zu begegnen, zuzuhören und zu dienen.

Massimiliano Menichetti

Es ist zutiefst bewegend, dass die Stimme von Radio Vatikan auch nach 95 Jahren noch um die Welt geht und die Botschaft des Evangeliums, der Hoffnung und das Wort des Nachfolgers Petri überall verkündet. Und dabei überwindet sie alle Grenzen und Entfernungen und lässt niemanden allein.

Heute gehen unsere Gedanken unweigerlich zu jenem 12. Februar 1931, als der Wissenschaftler Guglielmo Marconi als Erster über die Mikrofone der "Statio Radiophonica Vaticana" seine Stimme hören ließ. Pius XI. hatte ihm die Aufgabe übertragen, dieses bewundernswerte Kommunikationsinstrument zu entwerfen und aufzubauen; den Jesuitenpatres übertrug er die Leitung. Der „Vater des Radios“ kündigte an, dass die Stimme des Papstes erstmals „gleichzeitig auf der ganzen Erde zu hören sein“ werde. Und der Papst selbst sandte – auf Latein, und in bewegenden Worten – die erste Radiobotschaft der vatikanischen Geschichte „an alle Völker und jedes Geschöpf“. Danach erklangen von Schellackplatte mit 78 Umdrehungen pro Minute Auszüge aus einer Sinfonie Beethovens.

Diese Intuition des Papstes zeugte von seinem Vertrauen in die Möglichkeiten einer Technologie, die im Dienst der menschlichen Kommunikation und der Mission der Kirche steht. Es war kein bloßes technisches Experiment, sondern eine bewusste pastorale Entscheidung, die fortschrittlichsten Mittel jener Zeit zu nutzen, um die Herzen der Menschen zu erreichen. Seitdem hat Radio Vatikan Geschichte geschrieben: Es hat Kriege und Friedensabkommen erlebt, Leid und Hilfe, Zerstörung und Wiederaufbau, Ausgrenzung und Aufnahme, gesellschaftlichen, politischen und technologischen Wandel – stets mit der Verkündigung der christlichen Botschaft, dem Licht der Hoffnung, und einer Betrachtung der Ereignisse aus der Perspektive der kirchlichen Soziallehre. Der Radiosender hat bisher neun Päpsten gedient. Er hat dazu beigetragen, Tausende von Menschen wiederzufinden, die während des Zweiten Weltkriegs verschollen waren, war ein Leuchtturm in den schrecklichen Jahren des Totalitarismus, berichtete über das Zweite Vatikanische Konzil, die Heiligen Jahre, die Herausforderungen der Weltkirche, die vielen, zu vielen Konflikte wie die jüngsten in der Ukraine, im Nahen Osten, im Kongo, in Myanmar, im Jemen, in Syrien... Er war und ist ein Ort des Gebets, der Information und der Bildung.
Multikulturalismus ist ein charakteristisches Merkmal und ein wertvoller Schlüssel zum Verständnis der Welt: Die Menschen, die heute für den Papstsender arbeiten, kommen aus 69 Ländern, und über 34 Redaktionen – plus eine Multimedia-Redaktion. In verschiedenen Sprachen erreichen wir die geografischen und existenziellen Randgebiete der Welt, geben Gemeinschaften eine Stimme, die oft weit entfernt von den großen Medienkreisen sind, und begleiten das Leben der Ortskirchen. In vielen Ländern war Radio Vatikan für christliche Gemeinschaften und darüber hinaus jahrzehntelang eine diskrete, aber grundlegende Präsenz – und ist es manchmal noch immer.

In den letzten Jahren hat der Radiosender des Papstes im Rahmen der von Papst Franziskus eingeleiteten umfassenden Reform der Kommunikation einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Die Gründung des Dikasteriums für Kommunikation und die Integration der verschiedenen Medien in ein einheitlicheres und koordinierteres System, erforderten organisatorische, berufliche und visionäre Veränderungen. Es war ein nicht einfacher Weg, der noch immer andauert, aber von dem Bewusstsein unserer Mission im Dienst des Heiligen Vaters und der Wahrheit in einem sich ständig wandelnden Kontext, in dem sich Instrumente und Sprachen schnell erneuern, beseelt ist.

In diesem Sinne ermutigen uns die Worte von Papst Leo, der unsere Arbeit wiederholt wohlwollend begrüßt und daran erinnert hat, wie wichtig es ist, zu vereinen, der Wahrheit zu dienen und das Leben des Volkes Gottes durch eine „entwaffnete und entwaffnende Kommunikation“ zu begleiten, die zum Aufbau einer geschwisterlicheren, solidarischeren, gastfreundlicheren und friedlicheren Gesellschaft beitragen kann.

Radio Vatikan hat das digitale Ökosystem von Vatican News geschaffen und unterstützt es. Vatican News sendet in 56 Sprachen – in schriftlicher und gesprochener Sprache, wie auch in Gebärdensprache – über Radio, Satellit, Streaming, Podcasts, soziale Medien, Videos und digitale Plattformen.

Der 95. Geburtstag von Radio Vatikan fällt in die Ära der künstlichen Intelligenz: einer Technologie, die auch die Welt der Medien und der Kommunikation tiefgreifend verändert. KI ist zweifellos eine wertvolle Hilfe, ein nützliches Instrument, aber der Algorithmus kann und darf den Menschen nicht ersetzen: Denken, Kreativität, Urteilsvermögen.
Unser Geburtstag fällt seit 2012 mit dem von der UNESCO für den 13. Februar ausgerufenen Welttag des Radios zusammen, der dieses Jahr unter dem Motto „KI ist ein Werkzeug, keine Stimme“ steht. Ein Ausdruck, der in tiefer Übereinstimmung mit der Botschaft des Heiligen Vaters zum Weltkommunikationstag 2026 steht, die an persönliche Verantwortung, Unterscheidungskraft und den unersetzlichen menschlichen Wert der Kommunikation erinnert.

Radio Vatikan, stets aufmerksam gegenüber technologischen Neuerungen, erkundet zweifellos auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz, wird aber niemals von der Überzeugung abweichen, dass Radio Begegnung zwischen Menschen bedeutet – dass Worte aus einem Gesicht, einem Bewusstsein, aus Verantwortung entstehen. In diesem Sinne zeigt Radio Vatikan auch weiter, dass Technologie – seit den Anfängen mit Marconi – dem Menschen dient und nicht umgekehrt.

Heute wie 1931 setzt der Papstsender seine Mission fort: Die Botschaft des Evangeliums, die Stimme des Papstes und das päpstliche Lehramt in der ganzen Welt zu verbreiten, Gemeinschaften zu begegnen, zuzuhören, zu dienen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Radio Vatikan!


 

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12. Februar 2026, 15:37