Roms berühmter Marmor-Elefant im Visier der Ermittler
Die Polizei und die Experten des Denkmalschutzes stehen vor einer zentralen Frage: War es mutwilliger Vandalismus oder schlicht der Zahn der Zeit? Italienische Medien berichten, dass die Ermittler derzeit das Videomaterial zahlreicher Überwachungskameras rund um den Platz unweit des Pantheons auswerten. Man erhofft sich Aufschluss darüber, ob Personen der Statue in der fraglichen Zeit zu nahe gekommen sind oder ob das Gestein aufgrund von Verwitterung und Altersschwäche nachgegeben hat.
Ein Meisterwerk aus der Barockzeit
Der „Minerva-Elefant“ ist weit mehr als eine gewöhnliche Statue. Gian Lorenzo Bernini schuf das Werk im Jahr 1667 im Auftrag von Papst Alexander VII. Der Elefant dient als monumentaler Sockel für einen ägyptischen Obelisken aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Inschrift am Sockel mahnt Passanten symbolisch, dass es eines „starken Geistes“ (verkörpert durch den Elefanten) bedarf, um das „Gewicht der Weisheit“ (den Obelisken) zu tragen.
Wiederholungstat oder tragisches Pech?
Es ist nicht das erste Mal, dass der Dickhäuter aus Marmor Federn lassen muss. Bereits im Jahr 2016 kam es zu einer fast identischen Beschädigung, als Vandalen die Spitze eines Stoßzahns abbrachen. Damals löste der Vorfall eine hitzige Debatte über den Schutz von Kunstwerken im öffentlichen Raum aus.
Die Piazza della Minerva vor der Kirche Santa Maria sopra Minerva gehört zu den am stärksten frequentierten Orten der italienischen Hauptstadt. Während die Restauratoren nun prüfen, wie der Stoßzahn wieder fachgerecht befestigt werden kann, bleibt der Platz unter verstärkter Beobachtung. Sollte sich der Verdacht auf Gewalteinwirkung bestätigen, drohen den Tätern nach dem verschärften italienischen Kulturgesetz empfindliche Haft- und Geldstrafen.
(messaggero - mg9
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