Vatikan: Peruanischer Bischof über Amazonas-Mission und Papst-Treffen
„Wir sind sehr stolz darauf, dass Papst Leo XIV. uns empfangen und ermutigt hat, die Kirche im Amazonasgebiet weiter aufzubauen“, so Cadenas Cardo. Das Treffen war von einer besonderen Atmosphäre geprägt, da sowohl der Papst als auch der Bischof dem Augustinerorden angehören.
Eine doppelte Audienz für das Amazonasgebiet
Besonders bemerkenswert war die Zeit, die sich der Pontifex für die Region nahm. Nach der allgemeinen Audienz für die gesamte Bischofskonferenz am Vormittag empfing er die Bischöfe der acht Amazonas-Vikariate am Freitagnachmittag zu einem persönlichen, 45-minütigen Gespräch.
Bischof Cadenas Cardo betonte, dass der Papst die „vorrangige Aufmerksamkeit“ für Amazonien, die bereits unter Papst Franziskus mit der Amazonas-Synode und dem Schreiben Querida Amazonia begann, konsequent fortsetzt. „Er hat darauf bestanden, dass wir die Mission und die Missionare nicht im Stich lassen dürfen und dass die gesamte Kirche Perus die Vikariate begleiten muss“, so der Bischof.
Strategien gegen den Priestermangel: Ministerien und Ausbildung
Angesichts der riesigen Territorien – das kleinste Vikariat umfasst 70.000 Quadratkilometer – steht die Kirche vor gewaltigen logistischen Herausforderungen. Da es an Klerus und Ordensleuten mangelt, setzt die Region auf zwei zentrale Pfeiler und zwar auf Laien-Ministerien: Die Stärkung von Diensten, die es christlichen Gemeinschaften ermöglichen, auch ohne ständige priesterliche Präsenz voranzukommen; und auf die Schule für Missiologie: In der Versammlung der Amazonas-Vikariate wurde der Plan für eine eigene Ausbildungsstätte gefestigt. Diese soll nicht nur Neuankömmlingen helfen, den Kontext des Regenwaldes zu verstehen, sondern vor allem „amazonische Missionare“ aus den lokalen Gemeinschaften hervorbringen.
Das agostinische Charisma: Die Gemeinschaft als Subjekt
Auf die Frage nach seinem persönlichen Akzent als Augustiner verwies Cadenas Cardo auf das Charisma der Gemeinschaft. „Evangelisierung ist nicht das Werk einer einzelnen Person, sondern der gesamten Gemeinschaft“, erklärte er. In einer Region von extremer Biodiversität und soziokultureller Vielfalt sei die Fähigkeit zum gemeinsamen Unterscheiden überlebenswichtig.
Für die Bischöfe war der Besuch in Rom an diesem Freitag eine Bestärkung in ihrem Vorhaben, einen einheitlichen Pastoralplan zu definieren, der die Vielfalt der indigenen Völker und der wachsenden Städte respektiert. „Wir kehren mit neuer Kraft in den Regenwald zurück, verwurzelt im Glauben von Petrus, der heute Papst Leo XIV. ist“, schloss der Bischof.
(fides - mg)
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