Bei der Liturgie im Petersdom Bei der Liturgie im Petersdom  (@VATICAN MEDIA)

Die Mission der Sanftmut: P. Pasolini über den „Dienst des Herrn“

In der feierlichen Liturgie vom Leiden und Sterben Christi im Petersdom stand die theologische Auseinandersetzung mit den „Liedern des Dieners des Herrn“ im Mittelpunkt. Pater Roberto Pasolini, Prediger des Päpstlichen Hauses, widmete seine Karfreitagsmeditation der Analyse dieses biblischen Profils aus dem Buch Jesaja und dessen Bedeutung für die Gegenwart.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Zahlreiche Gläubige nahmen an der Liturgie im Petersdom teil. In seiner Predigt beschrieb Pater Pasolini den Auftrag des Dieners als eine Tätigkeit, die sich grundlegend von weltlichen Machtdemonstrationen unterscheide. Die Mission bestehe primär darin, „Blinden die Augen zu öffnen“. Dieser Prozess vollziehe sich jedoch nicht durch Zwang, sondern, wie Pasolini hervorhob, auf eine „präzise Weise“.

Der Prediger bezog sich dabei auf die biblischen Bilder des geschundenen Lebens. Der Diener Gottes zeichne sich dadurch aus, dass er das „geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen“ werde. „Keine Gewalt, kein Rückgriff auf Gewalt, keine Versuchung, alles zu zerstören, um von vorne zu beginnen“, so der Kapuziner. Diese Haltung gelte für alle Menschen, die Pasolini als „Sucher des Lebens“ bezeichnete.

Das Paradox des Scheiterns

Ein wesentlicher Teil der Meditation befasste sich mit der inneren Wahrnehmung des Dieners. Pasolini skizzierte das Bild des „Knechts des Herrn“ als eine Figur, die trotz ihres unermüdlichen Einsatzes mit dem Gefühl des Scheiterns konfrontiert ist.

Der Diener gelange an einem Punkt der Passion zu der Überzeugung, „all sein Bemühen, Gutes zu tun, sei vergeblich“ gewesen. Diese Erfahrung der Wirkungslosigkeit und des Leidens sei laut Pasolini jedoch integraler Bestandteil der Karfreitags-Liturgie, die ihre Vollendung in der Hingabe Christi finde.

Die Bedeutung für die Liturgie

Die Meditation ordnete diese biblischen Texte in den Kontext der aktuellen Feier im Petersdom ein. Der Fokus lag dabei auf der Identifikation des leidenden Christus mit dem verheißenen Diener. Durch die Vermeidung von lautstarkem Auftreten und die Zuwendung zum Schwachen definiere der Gottesknecht die Beziehung zwischen Gott und Menschheit neu, so der Tenor der Ausführungen Pasolinis.

(vatican news)

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03. April 2026, 18:34