Plenarsitzung des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen Plenarsitzung des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen  (© DSSUI)

Entwicklungsdikasterium: Intensive Tagungswoche in Rom

Wie jedes Jahr haben sich Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Praktikanten des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen eine Woche lang im Palazzo San Calisto zum Austausch und zur Planung gemeinsamer Projekte getroffen.

Zuhören und kennenlernen. Innehalten, um zu reflektieren, den gemeinsamen Sinn und den zukünftigen Weg wiederzufinden. Das sind die Leitlinien der Intensivwoche des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen (DSSUI), einer Veranstaltung, die vom 23. bis 30. April vorwiegend im Palazzo San Calisto stattfand. Es gab verschiedene Aktivitäten für alle, wozu der Besuch der Vatikanischen Museen, des Borgo Laudato si’ und die Teilnahme am Regina Cæli von Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz, gehörten.

Vertiefung des Zuhörens

Die Eröffnungsversammlung im Văn-Thuận-Saal fand in einer familiären und lebhaften Atmosphäre statt, geprägt von einer großen Vielfalt an Herkunft, Alter, Sprachen und Funktionen.

Eine bemerkenswerte Besonderheit: Jedes Jahr hat einen Namen. Die ersten beiden Jahre (2022–23) wurden „Jahr 00“ und „Jahr 0“ genannt und waren dem Aufbau der Grundlagen gewidmet. Ab dem dritten Jahr hat die DSSUI die Sprache des liturgischen Kalenders übernommen: Erstes Jahr des gewöhnlichen Jahres, Zweites Jahr, etc. Die Tradition der „Intensivwoche“ begann im Jahr 2023 und wurde seitdem fortgesetzt. Kardinal Michael Czerny nannte in einem Interview mit den vatikanischen Medien drei Hauptziele: die Mission des Dikasteriums in der heutigen Zeit neu zu überdenken, die interne Kommunikation zu stärken und die Beziehung zwischen den Mitarbeitern am Hauptsitz und in der Diaspora zu stärken.

Der Präfekt des Dikasteriums wies bei den behandelten Themen auf das, was er als „Dogma“ bezeichnet: Das DSSUI legt keine Prioritäten von oben fest, sondern hört den Ortskirchen zu und begleitet sie bei ihrer Mission, die Hindernisse für die ganzheitliche menschliche Entwicklung in ihrem jeweiligen Kontext anzugehen. Schwester Alessandra Smerilli, Sekretärin des Dikasteriums, schloss sich ihm an und beschrieb die Woche als eine Zeit, um den Alltag zu unterbrechen und „neue Energie zu tanken“. Das Schlüsselwort, welches sie als Leitlinie nannte, war „Wissen“.

Prozesse begleiten und Initiativen unterstützen

Kardinal Czerny schloss die Eröffnungssitzung ab, indem er dankbar alle Abteilungen und Bereiche des Dikasteriums Revue passieren ließ: Zuhören und Dialog, Forschung und Reflexion, Sekretariat, Verwaltung und Planung. Der Aufbau von Gemeinschaften, so bemerkte er, sei eine Verpflichtung, die gemeinsam mit dem vorrangigen Ziel bekräftigt und verfolgt werden müsse: „dem Papst und den Bischöfen bei der Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung zu helfen“.

„dem Papst und den Bischöfen bei der Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung zu helfen“

Zu den Fortbildungsangeboten unter anderem gehörte die Sitzung über die laufenden Begleitprozesse, die von Kardinalstaatssekretär Fabio Baggio geleitet wurde. Das vom Kardinal bekräftigte Leitprinzip ist klar: Es geht nicht darum, Veranstaltungen zu organisieren, sondern Prozesse zu begleiten und Initiativen zu unterstützen. Dabei handelt es sich um Wege, die auf konkrete pastorale Ergebnisse ausgerichtet sind und in den Ortskirchen bleibende Spuren hinterlassen können.

Interne Kommunikation reflektieren

Im Laufe der Woche hatte das gesamte Personal des DSSUI Gelegenheit, sich über neue Strategien zur Verbesserung der internen Kommunikation auszutauschen und damit das 2024 gestartete Projekt fortzusetzen. Bei der Einführung in die Sitzung betonte Schwester Smerilli die Bedeutung effektiver Beziehungen für die tägliche Arbeit. Im Mittelpunkt des Treffens stand eine praktische Übung: Die Teilnehmer, aufgeteilt in sieben Gruppen, setzten sich mit Fragen auseinander, die im Laufe der Zeit aufgetaucht waren, wie beispielweise die Effizienz von Besprechungen und präsentierten anschließend ihre Beobachtungen und konkreten Vorschläge.

Der Tag im Borgo Laudato Si’

Der Tag am 28. April fand in Castel Gandolfo im Borgo Laudato Si’ statt. Der Tag begann mit der Feier der Eucharistie nach dem neuen Formular für die Bewahrung der Schöpfung, am Altar im Garten der Statue der Madonnina geleitet wurde. Es folgte ein Bericht von Kardinal Baggio über die Entwicklung des Zentrums für höhere Bildung „Laudato Si’“: ein Projekt, das konkret wächst, von der 380-kW-Photovoltaikanlage bis zur Gestaltung eines sensorischen Therapiegartens für Menschen mit Autismus.

Messe, die in der Kapelle des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung gefeiert wurde
Messe, die in der Kapelle des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung gefeiert wurde

Zusätzlich hielt Kardinal Czerny eine Meditation auf der Grundlage des Dokuments der Arbeitsgruppe 2 der Synode mit dem Titel „Auf den Schrei der Armen und der Erde hören“. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Armen als aktive Akteure und Protagonisten und nicht als passive Empfänger zu betrachten. Am Nachmittag fand dann eine geleitete Teambildungssitzung statt.

Abschließende Worte der Ermutigung

In der Abschlusssitzung rief Czerny dazu auf, angesichts der Katastrophen, die verschiedene Regionen der Welt heimsuchen, wachsam und solidarisch zu bleiben, und kündigte neue Synergien mit dem Dikasterium für den Dienst der Nächstenliebe an. Anschließend zitierte er eine Passage aus der Ansprache von Papst Leo XIV. an der Katholischen Universität Zentralafrikas während seiner Apostolischen Reise nach Kamerun: „Keine Gesellschaft kann gedeihen, wenn sie nicht auf rechtschaffenen Gewissen beruht, die in der Wahrheit erzogen sind.“ Die Bildung eines freien und „heilig unruhigen“ Gewissens ist die Voraussetzung dafür, dass sich der christliche Glaube als ein zutiefst menschliches Angebot darstellt, das fähig ist, das persönliche und gesellschaftliche Leben zu verwandeln. In dieser vom Heiligen Vater vorgeschlagenen Perspektive, so der Kardinal, spiegelt sich die tägliche Arbeit des Dikasteriums wider: eine Ermutigung und zugleich eine Herausforderung für den pastoralen Dienst und die Begleitung. In einer digitalen Welt, bilden das „gerade Gewissen“ und die „heilige Unruhe“ eine solide Grundlage für den gemeinsamen Weg zur ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, dem von Jesus versprochenen „Leben in Fülle“.

(vatican news - nm)

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11. Mai 2026, 12:12