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Vatikan: Christen und Buddhisten gemeinsam für „entwaffnenden Frieden"

Die beiden religiösen Traditionen Buddhismus und Christentum lehren gemeinsam, dass „der Frieden zuerst die Herzen entwaffnet, bevor er die Hände entwaffnet“: Das betonen die Vatikan-Vertreter für den Interreligiösen Dialog anlässlich des Vesakh-Festes in einem Brief vom Montag an die buddhistische Gemeinschaft.

„In einer Welt, die zunehmend zerbrechlich erscheint und zuweilen von einem beunruhigenden Gefühl des Rückschritts geprägt ist, wird der Ruf nach Frieden immer dringlicher“, schreiben der Präfekt des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, George Jacob Koovakad, und dessen Sekretär Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage in einer Botschaft anlässlich des Vesakh-Festes, an dem die Buddhisten Geburt, Erleuchtung und Tod von Siddhartha Gautama feiern.

Ein Geschenk, das im menschlichen Herzen wohnt

In dem Brief mit dem Titel „Buddhisten und Christen für einen ,unbewaffneten und entwaffnenden' Frieden“ wird betont, dass Frieden nicht einfach die „Abwesenheit von Krieg“ sei, sondern „ein Geschenk, das im menschlichen Herzen wohnen möchte – eine stille und doch kraftvolle Gegenwart, die erleuchtet und verwandelt“ - ein Gedanke, den auch Leo XIV. in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag im vergangenen Januar hervorgehoben hatte, und auf die die Botschaft Bezug nimmt.

Gerade dann, wenn Friede „zerbrechlich erscheint“, müsse er „geschützt und gepflegt werden“, so die Verfasser. Dieser Friede, zu dem wir berufen seien, sei „unbewaffnet und entwaffnend“; er „verlasse sich nicht auf Gewalt“, sondern „entspringe Wahrheit, Mitgefühl und gegenseitigem Vertrauen“.

Der Beitrag von Buddhismus und Christentum

In diesem Sinne könnten Buddhismus und Christentum einen „wegweisenden Pfad“ anbieten. Beide Traditionen seien sich darin einig, den Frieden als ein Geschenk zu verstehen, das „die Herzen entwaffnet, bevor es die Hände entwaffnet“. Der Buddha lehre im fünften Vers der Dhammapada: „Hass wird niemals durch Hass überwunden; nur durch Nicht-Hass wird Hass überwunden.“ Jesus wiederum fordere in den Evangelien dazu auf, „die eigenen Feinde zu lieben“, und preise „die Friedensstifter selig“.

„Dialog statt der Konfrontation suchen“

Aus diesen Grundlagen ergebe sich für die religiösen Verantwortlichen die Aufgabe, „authentische Partner im Dialog“ und „Werkzeuge der Versöhnung“ zu sein. Diese Mission zeige sich konkret in besonderer Sorge um das gesellschaftliche Miteinander. „Wir sind aufgerufen“, heißt es weiter im Brief, „mutige Zeugen zu werden, die Begegnung fördern, Wunden heilen und Vertrauen wiederaufbauen. Als Bürger und Gläubige tragen wir gemeinsam die Verantwortung, den Frieden zu fördern, Ungerechtigkeit entgegenzutreten und jene, die Macht besitzen, dazu aufzurufen, keine Spaltungen zu nähren, sondern den Dialog statt der Konfrontation zu suchen. Wir müssen uns auch davor hüten, durch Schweigen oder Angst zu Komplizen zu werden.“

Der tägliche Einsatz für den Frieden

Die Religionen könnten diese Rolle vor allem erfüllen, indem sie zu Gebet, Kontemplation und „innerer Verwandlung“ ermutigten und dazu einlüden, Frieden im Alltag zu leben – durch kleine Gesten der Freundlichkeit, Geduld, durch die „Ablehnung von Hass und Vergeltung“ und durch die Förderung des „Mutes zur Hoffnung“.

Zum Abschluss wünschen die Vatikanverantwortlichen den „lieben buddhistischen Freunden“ ein gesegnetes und fruchtbares Vesakh-Fest und sprechen die Hoffnung aus, dass Buddhismus und Christentum gemeinsam „neue Horizonte für die Menschheit“ eröffnen mögen.

(vatican news - dp/cs)

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11. Mai 2026, 16:39