Archivbild: Aus der Synode im Herbst 2023 Archivbild: Aus der Synode im Herbst 2023  (ANSA)

Vatikan legt Fahrplan für Synodenprozess bis 2028 vor

Das Generalsekretariat der Synode hat Richtlinien für die Fortführung und Umsetzung des weltweiten synodalen Prozesses publiziert. Das neue Dokument legt die Termine und Kriterien fest, anhand derer Ortskirchen, Bischofskonferenzen und kontinentale Zusammenschlüsse die bisherigen Ergebnisse auswerten und austauschen sollen. Ziel ist die Vorbereitung einer allgemeinen Kirchenversammlung, die im Oktober 2028 im Vatikan stattfinden wird.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Der strukturierte Weg bis zur Versammlung im Jahr 2028 gliedert sich in vier Abschnitte, die jeweils bestimmten Zielsetzungen folgen. Im ersten Halbjahr 2027 steht das Erinnern im Vordergrund. Die Diözesen und Eparchien führen Bewertungstreffen durch, um die Umsetzung des Abschlussdokuments der Synode 2021–2024 zu analysieren. Die Ergebnisse werden in einem narrativen Bericht sowie in einem Brief an die anderen Teilkirchen festgehalten.

Im zweiten Halbjahr 2027 folgt die Phase des Interpretierens, in der die nationalen und regionalen Bischofskonferenzen theolgisch-pastorale Berichte erarbeiten. Das erste Tertial des Jahres 2028 ist der Orientierung gewidmet. Auf kontinentaler Ebene werden Perspektivenberichte verfasst, um Prioritäten festzulegen. Die Inhalte dienen anschließend zur Erstellung des Arbeitsdokuments für die finale „Kirchliche Versammlung" im Vatikan im Herbst 2028 , bei der der gemeinsame Weg zusammengeführt und dem Papst sowie der Kirche zur Prüfung vorgelegt wird. Genaue Modalitäten der Versammlung müssen noch festgelegt werden.

Fokus auf theologischem Austausch statt Bürokratie

Das vatikanische Generalsekretariat betont, dass es sich nicht um eine erneute Umfrage oder um administrative Zusatzaufgaben für die Gemeinden handelt. Vielmehr soll die bestehende Praxis reflektiert werden. Eine zentrale, gemeinsame Fragestellung leitet den gesamten Prozess: Welche konkrete Gestalt einer missionarischen synodalen Kirche und welche neuen Wege der Synodalität zeichnen sich in den Gemeinschaften ab?

„Welche konkrete Gestalt einer missionarischen synodalen Kirche und welche neuen Wege der Synodalität zeichnen sich in den Gemeinschaften ab?“

Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Synode, erklärte hierzu:

„Wir schlagen den Ortskirchen keine zusätzliche Aufgabe vor, sondern eine Zeit des gemeinsamen Unterscheidens und des Dankes, in der wir gemeinsam nachvollziehen, was der Geist in der Kirche wachsen lässt, und die Schritte erkennen, zu denen wir gerufen sind. Die Versammlungen sind weder eine soziologische Befragung noch ein legislativer Vorgang oder eine technische Überprüfung, sondern eine intensive kirchliche und spirituelle Erfahrung des Unterscheidens.“

Zusammensetzung der Gremien und Methodik

Hinsichtlich der Beteiligten fordert das Dokument, bei der Auswahl der Teilnehmenden auf ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen, verschiedenen Generationen sowie kulturellen Hintergründen zu achten. Einbezogen werden sollen Priester, Diakone, Ordensleute, Mitglieder von Vereinigungen sowie kirchenferne Personen und Menschen in vulnerablen oder marginalisierten Lebenslagen. Auch die Beteiligung von Vertretern anderer christlicher Konfessionen oder Religionen ist vorgesehen. Die Verantwortung für die Durchführung liegt bei den jeweiligen Ortsbischöfen, den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und den Leitungen der kontinentalen Zusammenschlüsse.

Als methodischer Leitfaden gilt weiterhin das Verfahren des „Gesprächs im Geist“. Das Dokument ordnet sich in die Umsetzungsphase der Synode ein, wie sie in der Apostolischen Konstitution Episcopalis communio geregelt ist. Diese Phase schließt an die Konsultation des Kirchenvolkes (2021–2023) und die Beratungen der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode in den Jahren 2023 und 2024 an. Das aktuelle Schreiben konkretisiert die bereits am 29. Juni 2025 veröffentlichten Richtlinien zur Umsetzung und wird durch die Berichte von Arbeitsgruppen ergänzt, die fortlaufend zur Verfügung gestellt werden.

(vatican news)

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20. Mai 2026, 15:14