Der verstorbene Kardinal Camillo Ruini Der verstorbene Kardinal Camillo Ruini  (ANSA)

Italien: Kardinal Ruini verstorben - Requiem mit Papst

Der Kardinal und langjährige Generalvikar der Diözese Rom, Camillo Ruini, ist am 16. Juni im Alter von 95 Jahren verstorben. Ruini stand von 1991 bis 2007 an der Spitze der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) und bekleidete von 1991 bis 2008 das Amt des Generalvikars Seiner Heiligkeit für die Diözese Rom sowie das des Erzpriesters der Lateranbasilika. Am Donnerstagnachmittag feiert Papst Leo XIV. die Exequienmesse - wir übertragen live auf Deutsch.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Der amtierende Kardinalvikar Baldassare Reina und der Bischofsrat der Diözese Rom gaben den Todesfall bekannt und äußerten Dankbarkeit für den Lebensweg und den Dienst des Verstorbenen. In einer offiziellen Mitteilung der Diözese wird hervorgehoben, dass seine Amtsführung Spuren in der Interpretation der christlichen Präsenz in der Gesellschaft hinterlassen habe. Reina betonte, Ruini habe gesellschaftliche Wendepunkte analysiert und die Notwendigkeit gesehen, kulturelle Übergänge auf der Basis katholischer Grundwerte zu begleiten, getreu seinem bischöflichen Wahlspruch „Veritas liberabit nos“ (Die Wahrheit wird euch frei machen).

Der Gesundheitszustand des aus Sassuolo stammenden Geistlichen hatte sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, was eine tägliche medizinische Betreuung in seiner Wohnung erforderlich machte. Zuvor war er aufgrund kardiologischer und nephrologischer Beschwerden im Gemelli-Klinikum in Rom behandelt worden.

Kardinal Ruini wies in seiner jahrzehntelangen Amtszeit auch Bezüge zum deutschsprachigen Raum auf. Ein zentraler Aspekt war seine enge theologische und institutionelle Zusammenarbeit mit dem deutschen Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Ruini galt während dessen Pontifikats als eine der Stützen der Kirche in Italien und teilte mit Ratzinger theologische Positionen bezüglich der Rolle des Christentums in der europäischen Kultur und der Debatte um ethische Grundfragen in säkularen Gesellschaften. Zudem befasste sich Ruini in seinen philosophischen und theologischen Schriften wiederholt mit den Werken deutscher Denker, darunter der protestantische Theologe Dietrich Bonhoeffer, dessen Konzepte zur Rolle der Religion in der Moderne er in seinen Analysen berücksichtigte.

Live bei uns

Papst Leo XIV. wird die Exequienmesse für Kardinal Ruini am Donnerstag, 18. Juni 2026 um 16.30 Uhr im Petersdom, selbst zelebrieren. Unsere Live-Übertragung auf Deutsch können Sie ca. 10 Minuten vor der angegebenen Zeit auf unserer Webseite, über unsere Social-Media-Kanäle wie Youtube, Instagram und Facebook sowie eventuell übertragende Partnersender verfolgen.

(vatican news)

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17. Juni 2026, 08:37