Konsistorium im Vatikan: Kardinäle beraten über Weltlage und Synodalität
Salvatore Cernuzio und Mario Galgano - Vatikanstadt
In einem Schreiben des Dekans des Kardinalskollegiums, Kardinal Giovanni Battista Re, wurden die Themenschwerpunkte vorab präzisiert. Dazu gehören die internationale Lage, der Einsatz für den Frieden unter Überwindung der Theorie des „gerechten Krieges“, die Enzyklika „Magnifica humanitas“ sowie die Umsetzung des synodalen Prozesses.
Vertraulichkeit und synodale Arbeitsweise
Die Struktur der Beratungen folgt dem synodalen Schema, das bereits bei früheren Versammlungen Anwendung fand. Das Programm sieht eine Abfolge von Diskussionen, Gebeten, Zeiten des Schweigens sowie persönlichen und gemeinsamen Reflexionen im Plenum vor. Um den Charakter des brüderlichen Austauschs zu wahren, wurde für die Beratungen Vertraulichkeit vereinbart. Die Presse ist von den Sitzungen ausgeschlossen, und die Teilnehmer wurden gebeten, während des Konsistoriums keine öffentlichen Erklärungen abzugeben.
Die Teilnehmer sind in 20 Arbeitsgruppen unterteilt. Neun Gruppen setzen sich aus den (im Fall eines Konklaves) wahlberechtigten Kardinälen zusammen, darunter Nuntien und Kardinäle, die ihren aktiven Dienst als Ortsbischöfe beendet haben. Die übrigen elf Gruppen umfassen die wahlberechtigten Kardinäle der Römischen Kurie sowie die nicht wahlberechtigten Mitglieder des Kollegiums. Jede Gruppe wird von einem Vorsitzenden geleitet, der die Moderation übernimmt, während ein Sekretär für die Dokumentation der Ergebnisse und den Entwurf des Abschlussberichts zuständig ist.
Ablauf der vier Sitzungsperioden
Das Konsistorium beginnt am Freitag, dem 26. Juni, mit einer Heiligen Messe im Petersdom. Die erste Sitzungsperiode in der Audienzhalle widmet sich der Frage, in welcher gegenwärtigen Welt der Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums erfolgt. Nach der Eröffnungsansprache von Kardinal Re und einer Einführung durch den Papst hält der Erzbischof von Krakau, Kardinal Grzegorz Ryś, eine biblische Meditation. Die anschließende Gruppenarbeit befasst sich mit den Spannungen innerhalb der kirchlichen Gemeinschaften sowie mit Zeichen der Hoffnung und Versöhnung. Die Ergebnisse der dreiphasigen Gruppenphase werden im Anschluss im Plenum vorgestellt.
Die zweite Sitzungsperiode am Freitagnachmittag steht unter dem Thema „Die Kultur der Macht und die Zivilisation der Liebe“. Als Grundlage dient das fünfte Kapitel der Enzyklika „Magnifica humanitas“. Die thematische Einführung übernimmt Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Neben der Gruppenarbeit sind in dieser Phase auch freie Beiträge im Plenum vorgesehen.
Am Samstag, dem 27. Juni, beginnt die dritte Sitzungsperiode nach einer morgendlichen Messe unter dem Titel „Im Guten bauen: Die Baustellen unserer Zeit“. Kardinal Stephen Brislin, Erzbischof von Johannesburg, führt in das Thema ein, wobei er sich ebenfalls auf die Enzyklika bezieht. Die Beratungen konzentrieren sich auf gesellschaftliche Brüche, welche das Gemeinwohl erschweren, sowie auf die Anforderungen an die Ortskirchen und die Universalkirche.
Abschluss und Ausblick auf die Synode
Die vierte und letzte Sitzungsperiode verlagert sich in die Neue Synodenaula und widmet sich dem Thema „Der Weg der Umsetzung der Synode“. Kardinal Mario Grech führt hierzu das im Mai veröffentlichte Dokument „Auf dem Weg zu den Synodenversammlungen 2027–2028. Etappen, Kriterien und Instrumente für die Vorbereitung“ ein. Nach einer Phase für Verständnisfragen folgt ein Dialog mit dem Papst sowie kurze freie Wortbeiträge.
Das Konsistorium endet mit einer Ansprache von Papst Leo XIV. und einem gemeinsamen Abendessen. Am Montag, dem 29. Juni, schließt das Ereignis mit der feierlichen Papstmesse zum Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus im Petersdom ab.
(vatican news)
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