Kardinal Lazzaro You Heung-sik stammt selbst aus Südkorea Kardinal Lazzaro You Heung-sik stammt selbst aus Südkorea 

Vatikan/Korea: „Wir dürfen niemals auf Frieden verzichten“

Bei einer Messe für Frieden und Versöhnung in Korea hat der südkoreanische Kardinal Lazzaro You Heung-sik politische Vertreter der Halbinsel dazu ermutigt, sich mit „konkreten Verpflichtungen“ für Dialog einzusetzen. Er äußerte sich am Sonntag in Rom.



Der Präfekt des Klerusdikasteriums Lazzaro You Heung-sik predigte an diesem Sonntag bei einer Messe in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern, an der auch Südkoreas Präsident Lee Jae-myung mit einer Delegation teilnahm.

Wunden der Teilung

„Die koreanische Halbinsel trägt noch immer die Wunden der Teilung. Brüder und Schwestern leben noch immer getrennt. Welches Leid könnte größer sein als dieses?“, fragte der Vatikanvertreter. Und er bekräftigte: „Wir dürfen niemals auf den Frieden verzichten, aus keinem Grund. Wir stehen vor der Verantwortung, uns alle gemeinsam und mit aller Kraft für den Aufbau des Friedens einzusetzen.“

Kardinal Lazzaro You Heung-sik wandte sich direkt an die anwesenden politischen Vertreter seines Heimatlandes. „Mit einem stets offenen Herzen, das zum Zuhören bereit ist, hoffe ich aufrichtig, dass die Republik Korea gemeinsam mit Ihnen, Herr Präsident, vor der ganzen Welt bezeugen kann, dass der Dialog stärker ist als die Konfrontation, die Versöhnung stärker als der Hass und das Vertrauen stärker als die Angst.“

Versöhnung stärker als der Hass

Wahrer Frieden sei „nicht einfach die Abwesenheit von Konflikten oder ein Zustand, in dem man nicht gegeneinander kämpft. Im Gegenteil, wahrer Frieden entsteht aus konkreten Verpflichtungen“, betonte der Kardinal und zählte auf – „einem aufrichtigen und offenen Dialog, der Achtung der Würde jedes Menschen und dem Bemühen, die Situation des anderen zu verstehen. Die Sprachen der Politik und der Diplomatie mögen unterschiedlich sein, doch der Wunsch, das Leben zu bewahren, dem Menschen zu dienen und das Gemeinwohl anzustreben, kann sich im Geist des Evangeliums stets vereinen“.

Mission der Kirche

In seiner Predigt erinnerte der Präfekt des Klerusdikasteriums an die Friedensbemühungen von Papst Franziskus, die Papst Leo XIV. heute fortsetze. Als der US-amerikanische Papst seinen Dienst mit dem Friedensgruß des Auferstandenen Christus angetreten habe, habe Leo die „Mission der Kirche in einer gespaltenen Welt“ verkündet, so Lazzaro You Heung-sik:

„In Erinnerung an die Tragödie des Krieges formulierte der Heilige Vater den Appell, dass sich Krieg niemals wiederholen möge, und lud die gesamte Menschheit ein, sich für einen gerechten und dauerhaften Frieden einzusetzen.“

Südkoreas neuer Präsident Lee Jae-myung sucht laut eigenen Angaben einen neuen Umgang mit dem kommunistischen Nordkorea, der auf mehr Dialog statt Konfrontationen setzt. So will er ein Militärabkommen mit Nordkorea wiederbeleben, das beide Länder verpflichtet, feindliche Handlungen im Grenzgebiet einzustellen. Das Abkommen war 2024 ausgesetzt worden.

 

 

(vatican news – pr)
 

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14. Juni 2026, 12:47