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APSA: Vermögen wächst – Dienst am Heiligen Stuhl bleibt oberste Priorität

Die Verwaltung des Vermögens des Apostolischen Stuhls (APSA) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem auf 2,686 Milliarden Euro gestiegenen Eigenkapital abgeschlossen. Im Jahr des Todes von Papst Franziskus und der Wahl von Papst Leo XIV. habe die Behörde die Kontinuität ihrer Arbeit sichergestellt und ihre Aufgabe als Dienstleister des Heiligen Stuhls uneingeschränkt erfüllt, erklärte APSA-Präsident Erzbischof Giordano Piccinotti gegenüber den vatikanischen Medien.

Edoardo Giribaldi - Vatikanstadt

Das operative Ergebnis des Geschäftsjahres beläuft sich auf 22,8 Millionen Euro. Der Rückgang gegenüber den 62,2 Millionen Euro des Vorjahres sei jedoch kein Anlass zur Sorge, betont Piccinotti. Das Jahr 2024 sei durch einmalige Erträge aus der Neuordnung des Finanzportfolios geprägt gewesen, während 2025 wieder ein reguläres Geschäftsjahr dargestellt habe.

Neue Bilanzierungsregeln

Besondere Aufmerksamkeit verdient nach Angaben des APSA-Präsidenten das Ergebnis der Vermögensverwaltung, das in der Bilanz mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro ausgewiesen wird. Dieses Ergebnis sei allerdings vor allem auf die neuen Rechnungslegungsgrundsätze des Heiligen Stuhls (Vatican Financial Management Policy, VFMP) zurückzuführen.

Demnach werden Wertsteigerungen des Portfolios nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht, sondern unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben. So wurden im Jahr 2025 rund 16 Millionen Euro direkt den Rücklagen zugeführt. Das tatsächliche Ergebnis der Vermögensverwaltung liegt deshalb bei rund 12,6 Millionen Euro im Plus.

„Diese 16 Millionen Euro sind nicht verloren gegangen, sondern stärken unmittelbar das Vermögen der Verwaltung", erläutert Piccinotti. Ziel der APSA sei nicht die Maximierung des Jahresgewinns, sondern die langfristige Sicherung und Mehrung des ihr anvertrauten Vermögens.

Entsprechend verfolge die Behörde eine vorsichtige Anlagestrategie. Das Portfolio bestand 2025 aus einem Aktienanteil von rund 17 Prozent, 32 Prozent Anleihen, 29 Prozent physischem Gold sowie einer angemessenen Liquiditätsreserve. Die Gesamtrendite des Eigenportfolios betrug 14,37 Prozent.

Eigenkapital legt deutlich zu

Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 89 Millionen Euro auf insgesamt 2,686 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren vor allem die Wertsteigerung des Goldbestands (+40,8 Millionen Euro), die Aufwertung des Immobilienvermögens (+39,2 Millionen Euro) sowie positive Bewertungen des Wertpapierbestands (+16,3 Millionen Euro).

Auch der Immobilienbereich entwickelte sich positiv. Das Ergebnis stieg um 9,4 Millionen Euro auf 44,5 Millionen Euro. Verantwortlich dafür seien höhere Einnahmen, effizientere Verwaltungsabläufe und geringere Instandhaltungskosten.

Die APSA verwaltet in Italien 4.281 Immobilien sowie über Tochtergesellschaften weitere rund 1.200 Einheiten in London, Paris, Genf und Lausanne. Parallel dazu wurde ein Dreijahresprogramm (2025–2027) zur Veräußerung nicht strategischer Immobilien und zur rechtlichen Bereinigung des Immobilienbestands gestartet, um Kapital für rentablere Investitionen freizusetzen.

Dienstleistungen für die Römische Kurie

Neben der Vermögensverwaltung sieht Piccinotti den eigentlichen Auftrag der APSA im Dienst am Heiligen Stuhl. So stellte die Behörde der Römischen Kurie auch 2025 den vollständigen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 22,7 Millionen Euro zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Jahresüberschuss von 155.000 Euro, der vollständig dem Eigenkapital zugeführt wird.

Ein erheblicher Teil der Arbeit der APSA spiegele sich allerdings gar nicht in den Bilanzzahlen wider, betont der Erzbischof. Rund 40 Prozent der Beschäftigten arbeiteten für andere Einrichtungen des Heiligen Stuhls und erbrächten dabei überwiegend unentgeltliche Verwaltungsleistungen.

Als zentrale Beschaffungsstelle des Heiligen Stuhls bearbeitete die APSA im vergangenen Jahr 4.417 Beschaffungsvorgänge, von denen nur etwa ein Viertel den eigenen Bedarf betraf. Darüber hinaus führt sie die Buchhaltung von 77 Einrichtungen, wickelte mehr als 50.000 Zahlungen ab und koordiniert die Instandhaltung des gesamten Immobilienbestands der Kurie.

Blick auf die Zukunft

Nach Einschätzung Piccinottis war 2025 nicht nur ein Jahr solider Verwaltung, sondern zugleich ein Jahr wichtiger Weichenstellungen. Dazu zählen die Vereinbarung mit dem Dikasterium für die Orientalischen Kirchen über die Verwaltung seines Immobilienvermögens, der Beginn des Programms zur Aufwertung des Immobilienbestands sowie mehrere Projekte für das Jahr 2026. Dazu gehören das Agrivoltaik-Projekt „Fratello Sole" in Santa Maria di Galeria im Geist der Enzyklika Laudato si' sowie die Sanierung der Domus Paolo VI.

Leitmotiv aller Entscheidungen blieben Vorsicht, Transparenz und Dienst, so der APSA-Präsident. Das Vermögen des Apostolischen Stuhls sei kein Selbstzweck, sondern diene der Sendung der Kirche. Vor diesem Hintergrund seien auch die 16 Millionen Euro zu verstehen, die unmittelbar den Rücklagen zugeführt wurden: Sie stünden nicht für einen entgangenen Gewinn, sondern für eine nachhaltige Stärkung des Vermögens, das die Aufgaben des Heiligen Stuhls auch künftig sichern solle.

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31. Juli 2026, 12:43